Gespräche mit Sammlern , 2005

Heinz-Norbert Jocks

Ferien in Mougins

Ein Gespräch mit Frieder Burda, dem Sammler und Museumsgründer

Frieder Burda, Jg. 1936, der mittlere von drei Söhnen des Offenburger Verlegerehepaares Franz und Aenne Burda, lebt seit 30 Jahren in Baden-Baden. Er gilt als einer der bedeutendsten Kunstsammler und Mäzene in Deutschland. Ende Oktober 2004 eröffnete er für seine aus rund 600 Werken der Moderne und der zeitgenössischen Kunst bestehenden Sammlung ein mit 20 Millionen Euro privatfinanziertes, von dem New Yorker Stararchitekten Richard Meier entworfenes Museum dort, wo er lebt. Und dort stellte er sich den Fragen von Heinz-Norbert Jocks.

H.-N.J.: Warum ließen Sie Ihr Museum in Baden-Baden bauen? Und: Wie kam es zu Ihrer Wahl von Richard Meier als Architekten?

F.B.: Ich hatte mal die Idee, die vor zehn Jahren beinahe verwaiste Staatliche Kunsthalle Baden-Baden für fünfzig Jahre zu pachten. Die Kunsthalle ist bis heute ein Haus ohne eigene Sammlung, und ich hatte eine Sammlung ohne Museum. Das hätte auf den ersten Blick schon gepasst. Ich sprach mit dem damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel darüber. Er war begeistert. Erst nach einiger Zeit des Überlegens kamen wir alle zur der Überzeugung, dass dies doch keine so gute Idee war. Kultur ist noch eines der letzten Felder, bei denen die Länder selbst entscheiden können. Ein so armes Land ist Baden-Württemberg wahrlich nicht, dass es sich so aus seinem Kulturauftrag verabschieden sollte. So kam es zur heutigen Variante. Man fragte mich, ob ich neben der Kunsthalle nicht ein eigenes Museum bauen wolle. Teufel: „Wir kennen Ihre Sammlung. Sie darf nicht außer Landes…

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von Heinz-Norbert Jocks

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