Titel: Video-Special , 1989

TV-Vorschau: Täglich Fernsehen

Fernsehspiel von Volker Anding

ZDF, 31. Januar 1989, ca. 22 Uhr

Kennen Sie noch Mr. Pumpernickel alias Chris Howland? Was wäre wenn er eines Tages mit einem Fernsehteam an Ihrer Türe klingelt und fragt: Würden Sie – überlegen Sie es gut -jetzt, hier, mit uns, Ihren Fernseher aus dem Fenster schmeißen? Volker Anding hat es ausprobiert und ist für sein neues Fernsehspiel „Täglich Fernsehen“ einen Tag lang mit Chris Howland in Köln unterwegs gewesen. Das überraschende Ergebnis: 3 von 9 schmeißen den Fernseher tatsächlich raus. Aber woraus andere eine ganze Sendung machen, daraus wird bei Anding nur ein Intermezzo, denn eigentlich ist sein Fernsehspiel eine Familiengeschichte.

„Ich weiß jetzt, was an den Fernsehfamilien nicht stimmt – die sehen nicht fern.“ Diese Erkenntnis stammt von Robert Lembke. Anding setzt dieses Zitat seines Protagonisten aus dem Video „Dienstag“ an den Anfang seines Drehbuchs. Denn was Lembke hier bemängelt hat er richtig gestellt: die Fernsehfamilie in „Täglich Fernsehen“ lebt mit, vor und im Fernsehen. Als Watchman begleitet es sie bis in die Badewanne und die Video-Baby- Überwachung überträgt neben dem ständig laufenden Programm den Gesundheitszustand des jüngsten Sprosses der Familie ins Wohnzimmer. Sohn Harald sieht aus wie Larry Hagman jr. und spricht hauptsächlich in Fernsehzitaten wenn er nicht gerade die Baby-Überwachungs-Kamera abschraubt um sein eigenes Programm zu machen. Tochter Alice versucht sich erfolgreich als Bezaubernde Jeannie, indem sie einen kaputten Taschenrechner in eine TV-Fernbedienung verwandelt. Geht es also wieder um das, was man schon so oft gehört und gelesen und pädagogisch, soziologisch, psychologisch begründet,…

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