Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Gespräche mit Künstlern · von Sabine B. Vogel · S. 556
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Gespräche mit Künstlern , 2015
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Gespräche mit Künstlern

Filip Markiewicz

Die Welt als ein großes Chaos

Filip Markiewicz: Ich lebe schon mehrere Jahre im Ausland, erst in Frankreich, jetzt in Deutschland. Wenn ich Luxemburg erwähne, kommt immer nur ein Kommentar: Steuerparadies. Punkt. Mehr nicht. Das thematisiere ich hier, aber nicht nur. Das Projekt ist weit angelegt, bis zur Anspielung auf Dante, auf die Hölle.

Sabine B. Vogel: Warum fängt der Parcours durch die Ausstellung im ersten Raum mit der Fotografie eines Kindes in Windeln an, die auf dem Boden angebracht ist – man muss ja unweigerlich darauf treten?

Das ist mein Sohn. Das ganze Projekt ist wie eine Bühne angelegt und beginnt mit einer Neonschrift: The world is a stage but the play is badly casted“ – ein Zitat von Oscar Wilde. Das war die ganze Zeit mein Arbeitstitel. Wir gehen also durch den Flur hier – ich gehe von der Annahme eines kollektiven Unbewussten über die Filmgeschichte aus, der Flur mit dem Kind kann Erinnerungen an Stanley Kubricks Horrorfilm „Shining“ auslösen. Die Trommel erinnert an Günter Grass´ Buch „Die Blechtrommel“, womit auch noch die Geschichte Europas im Gang aufscheint. In der Serie von Zeichnungen sieht man ein Logo, PL, Paradiso Lussemburgo – eine Anspielung an das Steuerparadies, daneben ein Parfum von Brad Pitt … eine Art Storyboard, ein imaginärer Film, in dem ich die Idee des Steuerparadieses in Frage stelle.

Woher kommen die Zitate?

Verschieden, einige sind aus dem Hauptfilm, der im dritten Raum läuft und die hier dekontextualisiert sind. Daneben hängt ein Manifest „für die Depolitisierung des Körpers“, das ich vor…

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