Titel: Fluxus - ein Nachruf zu Lebzeiten · von Milan Knizak · S. 184
Titel: Fluxus - ein Nachruf zu Lebzeiten , 1991

Fluxus

Von Milan Knízák, 1987 – 1990

Unter dem Begriff Fluxus versteht man heute nicht allein die Gruppe „Fluxus“ (besser gesagt: nicht nur die Künstler, die den Status von Fluxus annehmen), sondern im Grunde genommen die gesamte Aktionsbewegung der 60er Jahre. Harry Ruhé führt in seinem Buch „Fluxus“ die verschiedensten Autoren an. Zum Beispiel die Wiener Aktionskünstler (H. Nitsch, O. Mühl und G. Brus), die Happeningkünstler vom Typus eines Allan Kaprow (USA) oder Wolf Vostell (Deutschland), den postsurrealistischen Happeningkünstler Jean-Jacques Lebel (Frankreich), Joseph Beuys (Deutschland) und Nam June Paik (Korea), den Minimal-art-Künstler George Brecht (USA), La Monte Young (USA), Yoko Ono (Japan), Robert Filliou (Frankreich), Dick Higgins (USA) und Milan Knízák (CSFR).

Äußerungen dieser Künstler waren in den 60er Jahren sehr weit voneinander entfernt. Die Gruppe „Fluxus“ (falls man von einer Gruppe überhaupt sprechen kann – es ging eher um eine Art von freier Vereinigung von Leuten um die Organisationsstruktur des George Maciunas), also dieser Gruppe (welche diese Bezeichnung als Terminus technicus annimmt) entstand dadurch, daß La Monte Young und Jackson Mac Low eine Anthologie herausgegeben haben, die in erster Linie der zeitgenössischen Poesie und Musik gewidmet war und die von George Maciunas gestaltet wurde, der dadurch diese Kunstrichtung eigentlich kennenlernte und sich dafür begeisterte. George Maciunas war im Grunde genommen kein Künstler. Er war Designer und Architekt. Ein Mensch, der die ungeheure Sehnsucht hatte, zu organisieren und zu ordnen. Er war eine merkwürdige Mischung: ein Mensch mit Sinn für Rezession und Ordnung zugleich. Dieser merkwürdige, einfältige, verrückte Mensch schaffte es, eine Menge…

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