Magazin: Museen & Institutionen , 1993

Andreas Denk

Forschungsbasis für Kunst der Gegenwart

Bundeskunsthalle übernimmt Zentralarchiv des Kunsthandels

1991 schenkte der Kölner Galerist Hein Stünke (Galerie „Der Spiegel“) dem Bundesverband deutscher Galerien sein Galeriearchiv. Stünkes Bestände gelten als ungewöhnlich vollständige Sammlung von Dokumenten einer Galerie mit zeitgenössischer Kunst.

Die Stiftung geschah aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Kölner Kunstmarkts, den Stünke 1967 (mit Rudolf Zwirner) mitbegründet hatte.

Prompt beschloß der Galerienverband im vergangenen Jahr die Gründung eines Vereins, um ein „Zentralarchiv des deutschen und internationalen Kunsthandels“ aufzubauen. Das Archiv soll wichtige Aktenkonvolute deutscher und ausländischer Galeristen und andere Dokumente des Handels mit zeitgenössischer Kunst sammeln, erschließen und Ergebnisse publizieren. Die Grundlage bildet zunächst Stünkes „Spiegel“-Archiv, doch hat man Bestände weiterer Galerien bereits im Auge. Auch Akten, Dokumente und Nachlässe von Photographen, Künstlern und Sammlern sollen eines Tages die Bestände des Zentralarchivs auffüllen, das dann zu einer einzigartigen Quelle der Nachkriegskunst würde.

Inzwischen scheint auch die Unterbringungsfrage gelöst: Bereits im November 1992 trat man mit der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle des Bundes in Verhandlung, die sich zu einer Beherbergung des Vereins bereit erklärte. Im Februar dieses Jahres stimmte auch das Kuratorium der Halle dem Vorhaben zu: Die Bundeskunsthalle will in Zukunft in ihrer Hausbibliothek, die derzeit von vier Mitarbeitern betreut wird, einen Etat für Ankäufe von insgesamt 100 000 Mark zur Verfügung hat und mit insgesamt 1800 Quadratmetern Nutz- und Lagerfläche reichlich Platz bietet, auch das Archiv bewahren. Das Archiv selbst soll mit zwei wissenschaftlichen Stellen ausgestattet werden, die jedoch nicht allein die Aufarbeitung der Bestände leisten sollen: Dem vereinsbildenden Galerienverband schwebt eine…

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