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Ausstellungen: Saint-Etienne · S. 357 - 358
Ausstellungen: Saint-Etienne , 1989

Reinhard Ermen
Frederic M. Thursz

»Peintures«

Musée d’Art Moderne, 28.9.-14.11.1989

Dem Musée d’Art Moderne in Saint-Etienne eilt ein guter Ruf voraus. Hier auszustellen gilt als eine Ehre, und nach Besichtigung des ungewöhnlichen Hauses läßt sich ergänzen: Hier ausstellen zu dürfen ist ein Glücksfall! Dabei ist die Raumkonzeption dieses von dem Architekten Didier Guichard 1987 errichteten Baues von ungewöhnlicher Schlichtheit. Das Haus besteht aus wenigen ineinander versetzten Kuben; imposant in ihrer horizontalen Ausdehnung und nach außen mit schwarzen Emaillequadraten armiert, besser vermessen. Den Planern ist eine Synthese aus Zweckmäßigkeit und Eleganz gelungen. Hier gibt es keine lauschigen postmodernen Winkel, Architektur drängt sich nicht in den Vordergrund, und das Ganze hat nicht mehr als 12 Millionen DM gekostet.

Herzstück ist eine große Halle mit variablen Räumen, darum sind kleinere Raumfluchten gelegt, in denen vornehmlich die festen Sammlungen gezeigt werden, während der große Mittelteil ständig in Bewegung ist. Drei große Aktivitäten halten das Haus seit Ende September in Atem. Jochen Gerz installiert in einer weiträumigen Flucht eine Ausstellung, die man eine „Retrospektive“ nicht nennen möchte: kühle Fotosequenzen, formal gereiht, beschwören Natur, Geschichte und Zivilisation: Claes Oldenburg installiert „From the entropic library“, ein spätes Hauptwerk, das ein Jahr lang in Saint-Etienne zu sehen sein wird: ein monumentaler Comic strip (360 x 686 x 254 cm) über die Dunkelheit, welche eine „kleine“ Handbibliothek fast schon zur Hälfte gefressen hat. Frederic M. Thursz installiert einen Querschnitt durch sein malerisches Werk: Ein großer Unbekannter wird entdeckt!

Das ist die erste Einzelausstellung des in New York lebenden und arbeitenden Frederic M. Thursz (geboren…


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