Ausstellungen: London , 2009

Amine Haase

Frisst die Revolution ihre Kinder?

The Saatchi Gallery in partnership with Philips de Pury & Company, London,
9.10. 2008 – 18.1.2009

The Saatchi Gallery – das bedeutet Neues, das heißt Trend setten, in London, in Groß Britannien und darüber hinaus. Von dort ist der Siegeszug der YBAs, der Young British Artists, vorbereitet und ein paar Jahre später ein europäischer Malerei-Boom lanciert worden. Saatchi gibt den Ton an – und selbst die großen Londoner Museen folgen ihm. Muss diese britische Kunst-Erfolgsstory jetzt im Imperfekt geschrieben werden? Zwar zog die Saatchi Gallery gerade in ein neues Domizil, die Kunst jedoch, die dort gezeigt wird, ist längst nicht so frisch wie die renovierten, ja für die Sammlung eigens erfundenen, Räume des Duke of Yorck’s Headquarter an der Londoner King’s Road. Zur Eröffnung des neuen Hauses – „Die Galerie hat fast die Größe vom Buckingham Palace. Es ist spektakulär“, so Charles Saatchi in einem Interview – ist „New Art from China“ zu sehen. Diese als „neu“ versprochene „Kunst aus China“ ist aber so oder so ähnlich bereits an vielen Orten gezeigt worden. Dieses Mal kommt Saatchi zu spät, zumindest um einen Trend vorzugeben. Auf großen Strecken dieser Eröffnungsschau allerdings auch, um das Bild von der zeitgenössischen chinesischen Kunst, das im Westen bereits vermittelt wurde, aufbessern zu können.„The Revolution continues“ lautet der für den ehemaligen Werbestrategen von Margaret Thatcher erstaunliche Ausstellungstitel. Allerdings schaut es eher so aus als ob die Revolution ihre Kinder frisst. In den perfekt proportionierten hellen Räumen mit Tannenholzparkett und Milchglasdecken wirken…

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