Titel: Das Museum als kulturelle Zeitmaschine · S. 206
Titel: Das Museum als kulturelle Zeitmaschine , 1991

1. Gespräch:

Gattungs- und grenz-überschreitende Museen: Kunstgewerbe, Design, neue Medien usw.

LUCIUS BURCKHARDT:
Soziologe und Professor für Sozioökonomie urbaner Systeme an der Gesamthochschule Kassel
ERHARD BUSEK:
Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Wien
MARTIN HELLER:
Leitender Konservator am Museum für Gestaltung, Zürich, und Vorsitzender des Schweizerischen Werkbundes
WOLFGANG KOS:
Historiker und Journalist, Wien
PETER NOEVER:
Designer und Museumsdirektor, Museum für angewandte Kunst, Wien
CHRISTIAN REDER:
Sozialwissenschaftler, Publizist, Gastprofessor an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien
CHARLES SAUMAREZ-SMITH:
Leiter der Forschungsabteilung im Victoria & Albert Museum, London
ANGELA VÖLKER (Moderation):
Leiterin der Sammlung Textilien und Teppiche, Museum für angewandte Kunst, Wien
CHRISTIAN WITT-DÖRRING:
Leiter der Möbelsammlung des Museums für angewandte Kunst, Wien

Noever: Das Museum ist natürlich eine Art kulturelle Zeitmaschine, gleichzeitig aber auch eine heißumkämpfte Bastion, deren sich Künstler, Kunsthistoriker, Beamte, Politiker, Journalisten, Wirtschaftstreibende, Fremdenverkehrsexperten und manchmal sogar Museumsleute im gleichen Maße zu bemächtigen versuchen. Abgesehen von einer Reihe anderer Aspekte stellt sich die Frage, inwieweit heute die Institution Museum ihre eigentliche Aufgabe, die Vielschichtigkeit künstlerischer Produktion oder gar das Wesen der Kunst zu vermitteln, erfüllen kann – unbeeinflußt von der vorsätzlichen Vereinnahmung eines Kulturbetriebes, der die Kunst auf ein heißes, unterhaltendes Vergnügen reduziert sehen möchte. Mit dieser Frage und zugleich mit der vorherrschenden wilden Lust und Leidenschaft am Sammeln, Auflisten und Katalogisieren sah ich mich konfrontiert, als ich die Leitung dieses Hauses übernommen habe. Ein Fundus vergangener Kulturen stand für das Bedürfnis, die Überreste einer früheren Welt, vergangene Epochen und Stile sichtbar und erlebbar zu machen.

Heute befindet sich dieses Haus, das Österreichische Museum für angewandte Kunst – ganz abgesehen von dem Umstand, daß sich zur Zeit die Museumsarbeit…

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