Magazin: Museen & Institutionen · von Andreas Denk · S. 488
Magazin: Museen & Institutionen , 1998

Andreas Denk

Gefaßte Schicksalswege

Das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück

Für eine Sammlung von mehr als 140 Ölbildern und Gouachen des Malers Felix Nussbaum hat die Stadt Osnabrück einen Anbau an ihr Kulturhistorisches Museum bauen lassen, den der in Polen geborene Architelt des Jüdischen Museums in Berlin, Daniel Libeskind, entworfen hat.

Der Bau gilt dem Werk eines Opfers der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft: Felix Nussbaum wurde 1904 in Osnabrück geboren. Er besuchte die Kunstgewerbeschule in Hamburg und die private Lewin-Funcke-Schule in Berlin, wo er Schüler von Willy Jaeckel und Cesar Klein wurde. Bei Klein stetzte er seine Studien an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst fort, die er 1928/29 als Meisterschüler bei Hans Meid abschloß. Schon seit 1927 ging er eine Atelier- und Lebensgemeinschaft mit der polnisch-jüdischen Malerin Felka Platek ein, die ihn bis zum Lebensende begleitete.

1933 blieb dem Juden Nussbaum nur das Exil: Über Alassio, San Remo und Rapallo führte ihn sein Weg nach Paris, an die belgische Küste und schließlich nach Brüssel. Beim Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien wurde er 1940 in das französische Internierungslager St. Cyprien gebracht, von wo aus ihm die Flucht zurück nach Brüssel gelang. Dort versteckten Freunde ihn und seine Frau. Bei einer Razzia wurden die Nussbaums 1944 verhaftet und in Auschwitz ermordet.

Seit den späten zwanziger Jahren hatte der Künstler erste Erfolge mit Familienportraits, Landschaften, Selbstportraits, die Einflüsse van Goghs und Rousseaus verarbeiten. Insbesondere seine düsteren Arbeiten der dreißiger und vierziger Jahre stehen unter dem Einfluß der Malerei Carl Hofers und der pittura metafisica. Sie reflektieren wie kaum ein…

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