Ausstellungen: Zürich · S. 465
Ausstellungen: Zürich , 1989

Friedemann Malsch

Georg Herold

„Die Ziegelbilder“

Verein Kunsthalle / Mühle Tiefenbrunnen, 19.1.-26.2.1989

In Zürich tut sich was. Zwar bietet die Stadt, als Zentrale der internationalen Devisenschiebereien und (wie man erzählt) des Waffenhandels die Inkarnation bürgerlichen Wirkens, kulturell noch immer ein äußerst betuliches Bild. Doch hat das Kunsthaus, das bisher das Monopol zur Kunstvermittlung besaß, in jüngster Zeit Konkurrenz durch zwei neue Ausstellungsinstitute bekommen, die sich explizit junger Kunst widmen. Die Shedhalle im Kulturzentrum Rote Fabrik erhält erstmals ausreichend städtische Gelder und die feste Stelle eines künstlerischen Leiters, die bereits seit Herbst ’88 mit Harm Lux besetzt ist. Hat er den Auftrag, die bisherige Funktion der Shedhalle, ein Forum junger schweizer Kunst zu sein, unter professionelleren Bedingungen fortzuführen, so versteht sich der „Verein Kunsthalle Zürich“ als Vermittler international aktueller Kunst. Noch in diesem Jahr wird der Verein feste Räume erhalten, eine Stelle des künstlerischen Leiters ist bereits ausgeschrieben.

Verantwortlich für die Herold-Ausstellung in den Gast-Räumen der Mühle Tiefenbrunnen war der Vereinsvorsitzende Christoph Schenker. In dem außerordentlich biederen Kunstklima Zürichs zeugt es von einigem Mut, die Arbeit von Georg Herold in einem öffentlichen Institut zu zeigen. Zweifellos gehört Herold augenblicklich zu den international meistdiskutierten jungen deutschen Künstlern. Wie schwierig jedoch dieses Werk zu vermitteln ist, daß es auch den Experten einiges Kopfzerbrechen bereitet, zeigt nicht zuletzt die auffallende Zurückhaltung der Kunstkritik in diesem Punkt.

In Zürich wurde kein repräsentativer Einblick in das Werk Herolds gegeben, sondern ein Thema der Arbeiten Herolds seit den frühen 80er Jahren: die „Ziegelbilder“. 2-Komponenten-Kleber macht es möglich, daß rote und ockerfarbene Backsteine auf…

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