Ausstellungen: Köln · von Martin Seidel · S. 329
Ausstellungen: Köln , 2005

Martin Seidel

George Brecht

»Events – Eine Heterospektive«
Museum Ludwig, 17.9.2005 – 8.1.2006
anschließend Barcelona, Museum of Contemporary Art (MACBA)

1987 hatte er seinen letzten großen Auftritt in „Skulptur Projekte für Münster“, 1993 machte er mit dem WDR ein letztes Hörspiel, dann war Schluss mit Öffentlichkeit: George Brecht, der 1965 aus den USA nach Europa übergesiedelt war, erst in London, dann in Düsseldorf wohnte und seit 1971 in großer Zurückgezogenheit in Köln lebt, verschwand vollends von der Bildfläche. Auch an seiner aktuellen „Heterospektive“ im Museum Ludwig hat der demnächst Achtzigjährige nur im Hintergrund mitgewirkt. Auch ward er nicht gesehen, als zum Auftakt der Ausstellung Fluxus-Freund Larry Miller vor dem Dom Brechts 1960 entstandene Fluxus-‚Partitur‘ „Motor Vehicle Sundown (Event)“ – ein „Konzert für motorgetriebene Fahrzeuge mit dem Orchester Concerto Köln“ – aufführte.

So bleibt Brecht, was er war. Einer, der stets präsent und doch nie greifbar ist. Ein Hauptakteur von Fluxus, der auf den Festivals in Wiesbaden, Amsterdam, Kopenhagen und Paris Aufsehen erregte – und der doch nicht die Berühmtheit seines Lehrers und Gefährten John Cage oder eines George Maciunas erlangte.

Die Kölner „Heterospektive“ – die bisher größte Zusammenschau Brechtscher Arbeiten und erste Ausstellung seit fast zwanzig Jahren – öffnet weit „The Book of the Tumbler on Fire“, wie Brecht seit 1964 seinen Weltentwurf an der Grenze von Kunst, Leben und Wissenschaft beschreibt. Die Schau präsentiert eine Auswahl seiner wichtigsten Arbeiten und Werkgruppen. Zu sehen sind vor allem aus den 60er und 70er Jahren die frühen „Zufallsgemälde“, die sich selbst formenden Kristalle der „Crystal Boxes“ aus den 70er…

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