Titel: Goldener Oktober , 1983

Goldener Oktober
Eine Einführung

von Jörg Johnen

LIEBES PUBLIKUM,

wir machen eine kleine Pause. Sie gestatten, daß ich das Licht anschalte und Sie bitte, sich mit der Lektüre dieses Heftes zu unterhalten.

Ich habe es GOLDENER OKTOBER genannt. Weshalb, möchte ich erst an späterer Stelle andeuten und es vor allem Ihrer Phantasie überlassen, die beim Lesen und Betrachten dieses Heftes hoffentlich ebenso angenehm wie nachhaltig belebt wird. Vielleicht erscheint Ihnen manches zu drastisch oder düster. Die Beiträge vieler Künstler und Autoren enthalten durchaus eine Basiskritik, doch eben gerade darum fehlt es auch nicht an optimistischen Perspektiven. Und ist nicht ein Glanz in der Dunkelheit oder die Wachsamkeit in der Nacht dem Grau-in-Grau des täglichen Halbschlafs vorzuziehen?

Sollten bei der Lektüre neue Kräfte in Ihnen erwachen und der Wunsch entstehen, diesen Raum zu verlassen, so hätte ich mehr erreicht, als ich erwarten durfte. Ich bedanke mich im voraus für Ihre Aufmerksamkeit und werde mich jetzt wieder zu Ihnen gesellen und weiter in den Geschichten von E.A. Poe lesen.

Am Schluß möchte ich noch allen Künstlerinnen und Künstlern meinen herzlichen Dank aussprechen. Sie haben sich sehr viel Mühe gegeben, innerhalb kürzester Zeit Beiträge speziell für dieses Heft zu schaffen und damit eine Solidarität gezeigt, die über private und weltanschauliche Differenzen, die bei so vielen Mitwirkenden unvermeidbar sind, gesiegt hat. Und, bevor ich nun wirklich verschwinde, ein letzter Hinweis.

Thomas Schütte wird, während Sie in meine einführenden Worte vertieft sind, den Raum mit Bühnenbildern dekorieren. Sie werden sich vielleicht durch seinen Dreiakter in ein Stück versetzt sehen, in dem Sie sich…

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