Ausstellungen: Hannover · von Michael Stoeber · S. 306
Ausstellungen: Hannover , 2005

Michael Stoeber

Gregory Crewdson 1985-2005

Kunstverein Hannover 3.9. – 30.10.2005
außerdem in den Kunstmuseen Krefeld, Fotomuseum Winterthur, Landesgalerie Linz

Gregory Crewdson ist ein Meister des sowohl – als auch. Scheinbar mühelos vollzieht der Fotograf in seinen Bildern die gelingende Verbindung von Dokument und Fiktion, Authentizität und Inszenierung. Bruchlos verknüpft er in seinem Werk das Veristische mit dem Halluzinatorischen. Zu dieser gelungenen Allianz einer irrealen Realität trägt das gewählte Medium, die Fotografie, das ihrige bei. Stets noch – und wider besseres Wissen des Betrachters – scheint in ihren Bildern auf, was der französische Kulturphilosoph Roland Barthes als den Eindruck des „So ist es gewesen“ bezeichnet hat. Davon zehrt gerade die inszenierte Fotografie, zu deren bedeutendsten Protagonisten der 1962 in New York geborene Künstler mittlerweile unbedingt gezählt werden muss. Hat er im Jahre 1988 bei seiner Abschlussarbeit in Yale, wo er inzwischen selbst eine Professur für Fotografie innehat, noch analog fotografierte, mit sparsamen Mitteln inszenierte Aufnahmen gezeigt, produziert er jetzt seine verstörenden Bilder mit beträchtlichem finanziellem und personellem Aufwand, wie man es allenfalls von Hollywood-Produktionen kennt. Bei der Wahl seiner Protagonisten unterstützt ihn eine Casting Agentur, Techniker sorgen für eine ausgeklügelte Lichtregie, die Kamera bedient ein Fachmann. Oft wird mit großem Aufwand „on location“ fotografiert. Aber selbst wenn der Künstler seine Bilder im Studio inszeniert, sind der Einsatz von Menschen und Mitteln enorm. Nicht mehr wegzudenken ist aus seinen Aufnahmen auch der Computer, den Crewdson benutzt, um die makellose Tiefenschärfe seiner Bilder zu erreichen. Das Hollywoodeske seiner Produktionen unterstreicht die Tatsache, dass in einer…

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