Titel: 54. Biennale Venedig , 2011

Susanne Boecker

Griechenland

Diohandi / Kommissar: The Hellenic Ministry of Culture and Tourism. Kurator: Maria Marangou

So schön, so klar, so puristisch, so ästhetisch, so makellos wie der griechische ist kein anderer National-Pavillon der 54. Biennale von Venedig. Ganz so, als wollte man von den akuten Problemen, dem drohenden Staatsbankrott im Land ablenken und sich ganz auf eine „reine“ Kunst konzentrieren. Dabei präsentiert sich das Gebäude alles andere als auffällig: der 1934 mit Referenzen an byzantinische Architektur errichtete Bau ist komplett mit hellen, schmalen Holzbrettern verschalt. Ein hermetisch geschlossener Kubus, zu betreten über einen schmalen, hochrechteckigen Eingang in der Mitte der Front. Die Verschalung ist Teil des Biennale-Beitrags von Diohandi (geb. 1945), die den Pavillon komplett umgestaltet hat. „Für mich ist nicht nur das Innere des Gebäudes wichtig, sondern das Gebäude als Ganzes. Es war von außen zu Renovierungszwecken mit Brettern vernagelt worden, so dass wir es ganz neu ‚fokussieren’ konnten. Das war der erste Schritt des Nachdenkens über diese Arbeit. Durch die Lücken zwischen den Brettern kann der Betrachter aber immer noch sehen, dass der Pavillon da ist; dass unsere Geschichte, das byzantinische Element, da ist“, beschreibt die Künstlerin den Beginn ihrer Arbeit an und mit dem Pavillon.

Über eine Treppe gelangt der Besucher in einen schmalen, ganz in Weiß gehaltenen Gang, der auf einen senkrechten Schlitz hinführt. Gleißend helles Licht dringt durch diesen in den Raum hinein, gespiegelt von einer Wasserfläche, die sich zu beiden Seiten des Steges bis in die im Dunkeln liegenden Seitenflügel erstreckt. „Beyond Reform“ nennt Diohandi ihre perfekt…

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von Susanne Boecker

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