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Ausstellungen: Wien · von Reinhard Ermen · S. 355 - 356
Ausstellungen: Wien , 2004

REINHARD ERMEN
Hanne Darboven. Bücher

Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, 20.9. – 23.11.2003

In Wien legt man Wert darauf, die erste “Retrospektive” der Bücher von Hanne Darboven als “Werkform” zu zeigen. Vielleicht wurde in diesem Falle nur der Zusatz “in Österreich” vergessen, denn der Katalog, ein “Kommentiertes Werkverzeichnis” ihrer Bücher von Elke Bippus und Ortrud Westheider, stammt aus Münster, wo (im Westfälischen Landesmuseum) mehr als ein Jahr zuvor eine eben solche Ausstellung mit ähnlicher Aufgabenstellung stattgefunden hat. Was beide Initiativen exakt von einander unterscheidet, ist weder in Münster noch in Wien zu erfahren, aber fest steht: Die monumentale Übersicht im Museum Moderner Kunst zu Wien mit ihren großzügigen Dimensionen und der weitläufigen Klarheit war überwältigend! Einen ganzen Stock der seltsam schönen Trutzburg für die Kunst (Ebene 6) sowie ein zusätzlicher kleinerer Saal wurden dafür freigeräumt, um nichts weiter zu zeigen als Hanne Darbovens in BÜCHERN zusammengefasste Zeitrechnungen, also Kladden, Klemmbinder, Kalendarien, Alben, Ordner und Sondereinbände aller Arten. Vermutlich muss bei dieser Gelegenheit der Begriff ‘Buch’ gleich neu definiert werden, als eine Themen- oder Werkgruppe, die sich oft genug in einen vielbändigen Kosmos bzw. entsprechende “Arbeitsblätter” diversifiziert. Zum Beispiel “Ein Jahrhundert 1970 – 1971”, geschrieben 1974 umfasst 402 Bände (= 41.200 Blätter) bzw. Aktenordner in Holzregal (Tinte und Schreibmaschine auf Papier 29,7 x 21 cm 1 Exemplar) sowie 2 x 28 Arbeitsblätter als Tafeln. Im Katalog ist das die Nummer 10. Schon relativ früh (die Nummer eins beginnt 1966 = “Existenz 1966 – 1999”) findet Hanne Darboven zu solchen ‘Großformaten’, die keinesfalls…


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