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Titel: Künstlerpaare II · S. 207 - 208
Titel: Künstlerpaare II , 1990

Hansjürgen & Joachim-Lothar Gartner

Sie sind gemeinsam aufgewachsen, haben die gleiche Schule, dasselbe Studium absolviert. Mittlerweile üben sie denselben Beruf aus. Beide sind Maler und Zeichner, teilen ein Atelier und stellen fast ausschließlich gemeinsam aus. Eine höchst ungewöhnliche Situation, zumal in der Kunst. Aber schließlich sind Hansjürgen und Joachim-Lothar Gartner (geb. 1945 in Böhmen) ja auch eineiige Zwillingsbrüder, und als Künstler haben sie quasi aus der Not eine Tugend gemacht. Durch Geburt und Erziehung aneinandergefesselt, versuchen sie seit etwa zwei Jahrzehnten, via Kunst einem Teufelskreis zu entrinnen, der ebenso spannende wie desillusionierende Momente zu produzieren scheint. „Individualität“, so Hansjürgen Gartner, „ist für uns ein Vulkan, der nie ausbrach.“ Aus einem erzwungenen „Wir sind Wir“ heraus malen beide gegen die gemeinsame Geschichte, aber auch gegen Vorurteile von außen an. Die prägenden Jahre verbrachten die Brüder in Wien. Dort studierten sie zunächst Textildesign. 1968 verlassen sie Österreich, übersiedeln nach Augsburg, mieten sich dort ein Atelier und beginnen zu malen.

Formal stehen die ersten Bilder noch stark unter dem Einfluß des phantastischen Realismus. Wie ein roter Faden zieht sich die symbolschwangere Welt des Unbewußten lange Zeit durch die Bildwelt der beiden. Anfang der achtziger Jahre setzt ein erster Wandel ein. Man verzichtet auf leuchtende Farben. Statt dessen rückt immer mehr die Zeichnung in den Vordergrund. Oberflächlich betrachtet lassen sich die Arbeiten seither zwei Themenbereichen zuordnen: auf der einen Seite die menschliche Figur, auf der anderen Seite Natur und Landschaft. Diese Sujets werden abwechselnd immer wieder aufgegriffen und in Richtung Abstraktion weitergetrieben. Gleichwohl kommt es zu…

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