Gespräche mit Kunstvermittlern , 1993

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Andreas Denk sprach mit Dieter Ronte

Dieter Ronte, geboren 1943 in Leipzig als Sohn des damaligen Bochumer Beigeordneten für das Sport- und Kulturwesen, studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Musikwissenschaft in Münster. Ein Studienjahr verbrachte er als Stipendiat der italienischen Regierung an der Biblioteca Hertziana in Rom. Anschließend promovierte er in Münster mit einer Arbeit über „Dante und die Nazarener“. Seit 1971 war Ronte am Kölner Wallraf-Richartz-Museum tätig. 1972 wurde er Stellvertreter des damaligen Generaldirektors Gert von der Osten. Von 1976 bis 1979 betreute er die Graphische Sammlung des Museums Ludwig sowie dessen Neubau und den des Wallraf-Richartz-Museums in Köln.

1979 wechselte Ronte zum Museum Moderner Kunst nach Wien, wo er 1987 die große „Expressiv“-Ausstellung organisierte. Außerdem bekam er einen Lehrauftrag an der Wiener Akademie der bildenden Künste und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst; seit 1982 lehrt er an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Seit November 1989 leitete Ronte das Sprengel-Museum in Hannover, wo er wiederum die Museumserweiterung betreute. Im Mai dieses Jahres tritt er als Direktor des Kunstmuseums Bonn die Nachfolge von Katharina Schmidt an, die im Sommer 1992 zum Basler Kunstmuseum ging.

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A.D.: Welche Funktion hat ein Museum wie das, das Sie jetzt übernehmen?

D.R.: Es ist der letzte Ort in einer Gesellschaft, wo die Bürger sich mit etwas beschäftigen können, das nicht unmittelbar für die Anwendung gedacht ist. Hier lernt man zweckfrei sehen, denken und fühlen. Hier lernt man nicht nur Kunstgeschichte, sondern auch sich selbst kennen. Ich halte das Museum immer noch für ein…

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