Nachrichtenforum: Hochschulen & Akademien , 2014

Container sind eine Erfindung der US Army: im Ersten Weltkrieg wollten die Militärs damit Waffen und Munition ohne zeitraubendes Umladen in den Häfen zu den Kriegsschauplätzen nach Europa transportieren. Seit den 1960er Jahren haben Lastcontainer nach und nach im Schienenverkehr die alten Güterwaggons abgelöst. Wohncontainer werden heute als Behelfsunterkünfte nach Naturkatastrophen und zur Einrichtung von Flüchtlingslagern eingesetzt. Einen solchen Container nutzt seit zwei Jahren die HGB Leipzig  unter der Leitung von Christin Lahr, Professorin für Medienkunst. Zum Konzept heißt es: „Ein LEERKÖRPER (CONTENT) mit der Funktion f(x) in Form eines handelsüblichen, genormten Bürocontainers (6 x 2,50 x 2,50 m) besetzt eine existierenden LEERSTELLE im Innenhof der HGB. Der genehmigungsfreie fliegende Bau wird zum Experimentalraum, Trainingsgerät, Simulator, Sparringspartner, Medium – ein situationistischer Ausstellungs-, Ereignis- und Möglichkeitsraum für bislang ungenutzte, flüchtige Momente und Gelegenheiten“. Schwerpunkt im Sommersemester 2014 sind „Auseinandersetzungen und Kooperationen mit dem MINISTERIUM“.

Wegen verschärfter Brandschutzbestimmungen dürfen die Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie ihre Werke nur noch höchstens zwei Wochen auf den Fluren des Gebäudes lagern. Gründlich missverstanden hatte indes der Hausmeister die Anweisung der Verwaltung, nach Ablauf dieser Frist die Werke zur Abholung in den Hof zu schaffen: stattdessen wurden die Leinwände zerschnitten und die Rahmen der Bilder zerbrochen, um sie dann im Müllcontainer zu entsorgen. Sechzig Gemälde wurden auf diese Weise vernichtet. Die Akademierektorin Prof. Rita McBride ist „schockiert“ und „traurig“, und die Studenten empören sich zu Recht über eine Maßnahme, die man sich bislang allenfalls als eine Episode der TV-Komödie „Hausmeister Krause“ hätte vorstellen können. McBride will sich nun…

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