Gespräche mit Sammlern · von Marius Babias · S. 408
Gespräche mit Sammlern , 1994

Marius Babias

»Ich habe immer nur museale Bilder gekauft«

Marius Babias sprach mit Erich Marx über seine Sammlung, den Hamburger Bahnhof und die Stiftung Preussischer Kulturbesitz

Der Museumspoker um den Hamburger Bahnhof in Berlin ist vorerst beendet. Ende Januar unterschrieb der Berliner Sammler Erich Marx (72) den zeitlich unbefristeten Leihvertrag mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Sammlung umfaßt 115 Kunstwerke und geht ab 1996 als Dauerleihgabe in den Hamburger Bahnhof. Marx gründete eine Stiftung, in die die Sammlung durch Schenkung eingegangen ist. Der Stiftung gehört der langjährige Marx-Berater Heiner Bastian (50) als einer von drei Treuhändern an. Laut Leihvertrag darf die Marx-Familie jeweils nach Ablauf von drei Jahren ein Kunstwerk verkaufen. Ferner ist vorgesehen, „daß in Abstimmung mit den Museen einzelne Werke verkauft werden können, wenn mit dem Erlös der Bestand sinnvoll erweitert oder qualitativ verbessert werden kann“, heißt es offiziell. Der Kernbestand der Sammlung Marx soll jedoch davon ausgeschlossen bleiben. Der Sammler behält sich bei der Belegung der Ausstellungsräume und der Hängung ein Mitspracherecht vor. Was personelle Entscheidungen angeht, will sich Marx nicht eingemischt haben. Sie seien, beteuert er, ausschließlich Sache der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Absetzung des designierten Bahnhofvorstehers Wulf Herzogenrath und die Inthronisierung von Peter-Klaus Schuster sprechen dagegen.

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M. B.: Zuerst haben Sie Künstler wie Friedrich Meckseper und Johannes Grützke, Wolfgang Petrick und Hans-Jürgen Diehl gesammelt. Später, nachdem Sie Heiner Bastian kennenlernten, trennten Sie sich wieder davon und sammelten fortan amerikanische Avantgarde, Warhol, Rauschenberg, Twombly – aber auch Beuys und Kiefer. Warum dieser Sinneswandel?

E. M.: Das ist relativ einfach. Ich habe…

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