Gespräche mit Galeristen , 1995

»Ich kann mich am besten verständlich machen, wenn ich etwas verkaufe«

Heinz-Norbert Jocks sprach mit Hans Mayer anlässlich seines 30jährigen Galeriejubiläums

Hans Mayer, 1940 in Ulm geboren, war ursprünglich Industriekaufmann in der „Stuttgarter Gardinenfabrik“, ehe er 1960 zu Karl-Heinz Schröer, einem der kreativsten Möbelhändler in Deutschland, nach Dortmund wechselte. Auf Rat von Albert Schulze-Vellinghausen, dem Kunstkritiker, mietete er dann Galerieräume in Esslingen an. Von dort trat er in den Weltkunsthandel. Er unterhielt Kontakte mit Josef Albers, belud seinen VW-Lieferwagen mit dessen berühmten „Squares“, mit denen er eine Strecke von 120.000 Kilometern zurücklegte, und das nur, um sie Sammlern zu zeigen. Über Albers freundete er sich mit Denise Renée an, der Betreuerin der „Groupe de recherche d’art visuel“. Mit ihr kooperierte er einige Zeit. Von Konstruktivismus über Op-art bis zur Kinetik, also von Agam über Albers, Bill, Calder, Le Parc, Lohse, Mack, Rickey, Soto und Tinguely bis zu Vasarely reichte der Radius seines ästhetischen Geschmacks, als er Düsseldorf bereicherte. Dort bezog er eine Galerie an der Ecke zum Grabbeplatz, heute nahe der Kunstsammlung und neben der Kunsthalle gelegen. Max Bill ordnete die Räume neu, die mit einer spektakulären Vernissage mit Georges Vantongerloo, dem Mitbegründer der Stijl-Bewegung und Ideenstifter der Gruppe „Abstraction-Création“, belebt wurden. 1979 lud Mayer Andy Warhol nach Düsseldorf ein und brachte ihn mit Joseph Beuys zusammen. Als Ästhet unter den Vermittlern hat er ein Faible für Attraktionen. So ließ er Keith Haring einen Luxuswagen bemalen, den fächernden Karl Lagerfeld Fotos zeigen. Zudem hat er einen Riecher für En-vogue-Plätze. So hat er…

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von Heinz-Norbert Jocks

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