Gespräche mit Künstlern , 2013

John Baldessari

Ich versuche Kunst zu machen, die nicht nach Kunst aussieht.

Ein Gespräch mit Fabian Stech

John Baldessari ist ein Hüne der Kunstwelt. Nachdem er sich in den 70er Jahren von den Konventionen der Malerei befreite, arbeitet er kontinuierlich daran die fotografische Ausdrucksform über sich selbst hinauszuführen. In Bildern, die oft die Schrift als Kontrapunkt beinhalten, führt er die Funktionsweise der Fotografie und des Bildes ad absurdum, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben. Die Destruktion der Botschaft erfolgt durch die Multiplikation der Ebenen, die Sinn erzeugen und über den Humor. Im Gespräch in seinem Atelier in Venice, Los Angeles, gibt der 80 Jährige John Baldessari gelassen und verständnisvoll Auskunft über seine Motivation als Künstler, seine Arbeitsweise und seine neuen Arbeiten.

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Fabian Stech: An welchen Projekten haben Sie in der letzten Zeit gearbeitet?

John Baldessari: Ich hatte zwei Ausstellungen: die eine in meiner New Yorker Galerie Marian Goodman1. Die Vernissage fand am 19.10.2012 statt. Die andere war im Mönchehaus Museum2 in Goslar. Dort habe ich am 06.10.2012 den Kaiserring verliehen bekommen. Die Ausstellung lief bis Ende Januar 2013 und da das Budget begrenzt war, wurde nur eine Auswahl aus Werken getroffen, die sich schon in Europa befanden.

Die Ausstellung bei Marian Goodman ist Teil eines größeren Werkabschnitts, den ich auf der letzten Art Basel mit meiner Galerie in Zürich, Mai 363 begonnen habe. Danach hatte ich Anschlussausstellungen in Berlin4, Paris5, Los Angeles6 und dann in New York7. In Zürich fing ich an mit kunsthistorischen Vorlagen zu arbeiten, jedoch mit derselben Herangehensweise als würde man sich…

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