Biennalen: Fellbach · von Sigrid Feeser · S. 365
Biennalen: Fellbach , 2004

SIGRID FEESER

Ich will, dass Du mir glaubst!

9.Triennale Kleinplastik Fellbach 2004

Alte Kelter Fellbach, 26.6. – 26.9.2004

Ich will, dass Du mir glaubst!“ Das ist ein schönes Motto für eine Kunstausstellung. Aber auch ein passendes? 9. Triennale Kleinplastik Fellbach 2004 und alle gehen wieder hin. In der historischen Alten Kelter am Ortsende hat Jean-Christophe Ammann siebzig Künstler auf sensationellen 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche versammelt. Ein eigentümlicher Eindruck. Wo noch vor drei Jahren Thomas Deecke einem essayistisch verbrämten Sortierzwang die Zügel schießen ließ, nun der leichthändig entspannte Griff in die Flut der Bilder und Dinge. Bilder? Ganz recht, auch Aquarelle, Comics, Fotos und Videoarbeiten sind zugelassen, „wenn die Auseinandersetzung mit dem Skulpturalen nur über diese Medien laufen kann.“

Ammann weiß, wie man die Leute kräftig am Portepée packt. „Gelebte Poesie“ sieht der ehemalige Direktor des Frankfurter Museums für Moderne Kunst in der zusammen mit seiner ehemaligen Mitarbeiterin Natalie de Ligt (heute Leiterin der Albrecht Dürer- Gesellschaft Nürnberg) getroffenen Auswahl verwirklicht. „Inseln … assoziativer Dichte“ habe man aus dem Material gestaltet. „Schattierungen emotionaler Art“ sind uns ebenfalls fest versprochen, Figürliches ist als „Rückbesinnung auf die anthropologische Konstante“ angesagt und ziemlich weit nach vorne gerückt.

Reisende Kritiker fühlen sich bald pudelwohl, sie kennen das alles schon aus Ammanns zwanzigfachen Frankfurter „Szenenwechseln“, die suggestive Redeweise und die dazugehörige Kunst noch dazu. Also wieder einmal die skurrilen Tierfallen von Andreas Slominski, die optischen Vexierspiele von Markus Raetz, das bekannte rosafarbene Liebesmöbel von Max Mohr, Marko Lehankas gravierte Bierflaschen, Jochen Flinzers chaotisch-sauber gesticktes „53 Wochen (Lotto)Pech“, Lucie Bepplers erotisch hoch aktive Tonfigürchen…

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