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Magazin: Symposien & Kongresse · von Ingo Arend · S. 479 - 481
Magazin: Symposien & Kongresse , 1993

Ingo Arend
Im Banne des Erhabenen

»Bild und Reflexion«: Auf einer Tagung zu Tendenzen gegenwärtiger Ästhetik wurde die »Deutsche Gesellschaft für Ästhetik« gegründet

Wir denken ja alle in Bildern.“ Mit diesem Einleitungssatz zu einem Katalog ihrer Werke hat die Kölner Malerin Tremezza von Brentano einmal ausgedrückt, welch große Rolle Bilder und Anschaulichkeit in unserem Leben und Alltag spielen. Sich „ein Bild machen“ und Denken gehören eng zusammen: „die Bilder sind im Kopf/sie müssen hervorgeholt werden“, lautet eine Bleistiftnotiz Franz Erhard Walthers aus seinem ersten Werksatz von 1963-1969.

Bilder haben Konjunktur. Spätestens seit der Renaissance der wilden figurativen Malerei zu Beginn der 80er Jahre. Seit dem sinnlichen Gegenschlag zur kopflastigen Konzeptkunst hat die entsprechende Ästhetikdiskussion ebenfalls Konjunktur. Alle Welt diskutiert den „subjektiven Faktor“ und Probleme des Sinnlichkeitsverlustes. Die Wiederentdeckung des Bildes als sinnlicher Bedeutungsträger wie besondere Erkenntnishaltung hat nun auch die Wissenschaft eingeholt. Im Gegensatz zu dem teilweise modischen und disparat angehäuften Sammelsurium des Ästhetikkongresses in Hannover (dessen Protagonist, der Bamberger Philosophieprofessor Wolfgang Welsch, war in Münster kurzfristig „erkrankt“) wollten die drei jungen philosophischen InitiatorInnen der Münsteraner Tagung (Birgit Recki und Lambert Wiesing vom Philosophie-Seminar der Uni Münster, Karlheinz Lüdeking aus Berlin) eine systematische Diskussion organisieren.

In den Produkten der Kunst zeigt sich eine besondere Spannung von Rationalität und Sinnlichkeit. Und neben allgemeinen Fragen philosophischer Bildreflexion wie beispielsweise Fragen der Bildsemantik (Ferdinand Fellmann, Münster), der Bildlogik (Robert Kudielka, Berlin) des Verhältnisses von Bildrezeption und Selbsterkenntnis (Jens Kulenkampff, Duisburg), der in den letzten Debatten ziemlich durcheinandergemixten Begriffe von selbstbezüglicher Ästhetik und primär wahrnehmender Aisthetik (Martin Seel,…


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