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Ausstellungen: München · von Holger Weh · S. 410 - 410
Ausstellungen: München , 1994

Holger Weh
Im Park

Westpark, München, 10.9. – 23.10.1994

Im Park verlor sich die Kunst, nicht aus Versehen, sondern mit Kalkül. Ort des Geschehens war der Westpark München. Ein schon durch und durch künstliches Gebilde, ein Weltentwurf: Plastisch modellierte Moränenlandschaften, wo zuvor Schotterebene war; abgezirkelte Verhältnisse von Grünflächen zu Sträuchern- und Blumenbeeten usw.

Ein moderner Erholungsraum spiegelt genauso die gesellschaftlichen Ideen seiner Zeit, wie eine streng komponierte Barockanlage oder ein englischer Garten. Die entscheidenden Parameter, an denen man sich zur Eröffnung des Westparks 1983 orientierte, waren „Freizeitwert“ und „Verbesserung der Lebensqualität für die umliegenden Wohngegenden“. Um dies zu gewährleisten, hatte er in erster Linie voll zu sein, voll mit den verschiedensten Erlebnisräumen: Spielplätzen und Lehrpfaden, Erholungszonen mit Sitzbänken, exotischen Gebäuden, Wasserspielen, Restaurants und Cafés – alles so dichtgedrängt wie möglich. Bei solcher Fülle erstaunt es, wenn sich freiwillig auch noch Kunst ansiedelt. Was kann sie dort denn mehr sein als zusätzliche Möblierung? Was treibt Künstlerinnen und Künstler dazu, ihre Arbeiten „draußen“ zu präsentieren, wo, wie man weiß, nur Ignoranz und Vandalismus lauern?

Der Versuch, zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum zu zeigen, ist noch nicht sehr alt und fast schon wieder vorbei. Erst seit den 70er Jahren wurde verstärkt versucht, Alltagsraum für die Kunst zu erschließen, oder anders herum, die Kunst für einen weiteren Adressatenkreis sichtbar zu machen. Einige dieser Versuche, wie z.B. die „Umwelt-Akzente“ in Monschau 1970, oder das Skulpturenprojekt in Münster 1977, sind in die Kunstgeschichte eingegangen. Das bislang größte Münchner Projekt, „Die Spielstraße“ zur Olympiade 1972, ging mit seiner Vernutzung von Kunst…


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