Ausstellungen: Stuttgart · S. 313
Ausstellungen: Stuttgart , 1985

Johannes Meinhardt

Imi Knoebel und David Schwarz

Galerie Achim Kubinski, Stuttgart, 21.6. – 10.9.1985

Imi Knoebel – dessen Augenmerk ja generell eher auf der Herstellung von Räumen durch Konstellation von Bildern oder durch Installation von Plastiken liegt als auf den ‚Bildern‘ oder ‚Plastiken‘ selbst – hat in der Galerie Achim Kubinski vier Hartfaserplatten mit dem Format 314 x 107 cm und dem Titel „Olgastr. 109“ (das ist die Adresse der Galerie) verteilt, dazu ein angesägtes und mit einzelnen Strichen bemaltes Hartfaserbild 181 x 166 cm, ein weiteres, teilweise braun bemaltes mit dem Titel „Ezi Kezi“ 122 x 244 cm, einen großen „Japanischen Tisch“ mit einer schachbrettartigen Intarsie und einem darüber aufgehängten „Quadrat“ 69 x 69 cm, eine Konstellation von Abbruchholzteilen mit dem Titel „Heerstr. 16“ (Knoebels Adresse) – mit Leuchtstoffröhren – und ein „Siebeneck grün“, mennigefarben (die einzige frühere Arbeit, 1975/85). Kombiniert hat er die Konstellation dieser Arbeiten mit Arbeiten des zwölfjährigen David Schwarz (der viel Palermo gesehen hat).

Sehr deutlich wird in der Galerie, daß es Imi Knoebel sehr wenig um die einzelne Arbeit und sehr viel um deren Beziehungen geht; jedoch nicht um semantische oder gar begriffliche Beziehungen (und schon gar nicht um minimalistische Untersuchungen und quantifizierbare Verhältnisse), und genausowenig um semantische oder affektive Werte in diesen Beziehungen (wie bei seinem Lehrer Beuys). Die ‚reinen Beziehungen‘ der Dinge untereinander schaffen genauso ‚reine Empfindung‘ (Malewitsch) und ein nichtartikuliertes Wahrnehmungsbewußtsein. Dieses weitgehend sprachlose Bewußtsein der reinen Beziehungen schafft einen qualitativen Raum, der sich durch die Konstellation der Elemente, der ‚Bilder‘ oder ‚Plastiken‘, bildet, ohne…

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