Gespräche mit Kunstvermittlern · von Annelie Pohlen · S. 209
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1980

Annelie Pohlen

Interviews zu kommenden und laufenden Ausstellungen

Versuche Grenzen aufzubrechen

Die Zusammenstellung der folgenden Projekte, so wenig sie zusammenhängen, hat doch nicht nur zufälligen Charakter. Ziel war zum einen die auch in vorhergehenden Interviews angesprochene Beachtung regionaler und nationaler Entwicklungen in der Kunstszene, die eine weitgehende Rückbesinnung auf europäisches Gedankengut spiegelt. In diesem Zusammenhang steht die Befragung von Martin Kunz zur Ausstellung „Schweizer Kunst ’70 bis ’80“ im Kunstmuseum Luzern (3. 10. bis 16. 11.), aber auch zur diesjährigen Biennale in Venedig, die am 1. 6. ihre Tore öffnet. Letztere unterstreicht zudem die auch von Rudi Fuchs und dem Documenta-Team beabsichtigte Schaffung offener Spannungsfelder und Sehweisen künstlerischer Aktivitäten in Vergangenheit und Gegenwart. Als Kontrapunkt zu einer bei aller Offenheit und allem Willen, Kunst neu zu überdenken gleichwohl „klassisch-konventionellen“ Art, mit Kunst zu leben, wofür die in Münster vom Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Kunstverein erarbeiteten Ausstellung „Reliefs“ (1.6. bis 3. 8. in Münster, 28. 8. bis 2. 11. im Kunsthaus Zürich) repräsentativ steht, wurde der heute nurmehr von Künstlern in Selbstorganisation unternommene Versuch, Grenzen experimentell aufzubrechen, vorgestellt, wie er im Künstlerhaus Hamburg exemplarisch vorgenommen wird. Hamburg steht dabei stellvertretend für ähnlich gelagerte Organisationen, das Künstlerhaus Stuttgart Reuchlinstr. und das Modell Lützowstr. in Berlin, die alle untereinander inzwischen im Austausch stehen.

Martin Kunz: „Schweizer Kunst ’70 bis ’80“1

A. P.: Sie planen eine Ausstellung als Einblick in die Schweizer Gegenwartskunst. Wie lautet der Titel?

M. K.: Vorläufig „Schweizer Kunst ’70 bis ’80“ und als Untertitel „Regionalismus/Internationalismus. Bilanz einer neuen Haltung…

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