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Ausstellungen: München · S. 322 - 323
Ausstellungen: München , 1988

Gabi Czöppan
Joan Brossa

Werke 1951 -1988
Galerie Mosel und Tschechow, 7.6.-12.8.1988

“Ich möchte jetzt kein anderes Podest mehr als meine Schuhe” sagte Joan Brossa 1978, zu einem Zeitpunkt, als er längst der größte lebende katalanische Dichter und Künstler war. Er ist es noch, erlebt aber jetzt seine erste große Einzelausstellung in Deutschland.

In der Galerie Mosel und Tschechow, einer ehemaligen, umgebauten Bahnhofsgaststätte, ist jener von Brossas Bescheidenheit kündende Satz ironisch an ein leeres Podest geschrieben; seine 66 Objekte (Unikate und Auflagen), 24 Lithografien und 32 Serigrafien verteilen sich über die drei Stockwerke. Im Hauptraum springt über Vorsprünge, Ecken und Kanten ein monumentales, schwarzes ‘A’ über die Decke ins Auge, verdeutlicht Brossas untrennbare Symbiose zwischen Wort und Bild und erinnert an den biblischen Ausspruch, der hier auch für das Gesamtwerk des Katalanen stehen könnte: Am Anfang war das Wort.

Joan Brossa, 1919 in der ‘Carrer Wagner’ in Barcelona geboren und seitdem ein Liebhaber der Werke Richard Wagners, verbindet eine fruchtbare Freundschaft mit zwei bedeutenden spanischen Künstlern, mit denen er auch zusammenarbeitete. Bereits 1941 lernte er Joan Miró kennen, kurz darauf auch Antoni(o) Tàpies. Sechs Jahre später gründete er mit Tàpies u. a. die Zeitschrift “Dau al set”, 1960 folgt eine Ausstellung mit Miró in der Pariser Galerie Maeght, vor zwei Jahren erst ehrte die Fundació Miró in seiner Heimatstadt sein Gesamtouvre. Auch in Barcelona wurde Katalanisch erst 1978 wieder als Umgangs- und Schulsprache zugelassen.

Joan Brossas literarischer Output in seiner Muttersprache ist dennoch enorm: Mehr als 80 Gedichtbände, 322 Theaterstücke, Drehbücher und eine reiche…


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