Ausstellungen: Oldenburg , 2008

Jens Rönnau

Johannes Grützke

»Malen ist Denken«

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Oldenburg, Augusteum, 22 – 22.7.2007

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schleswig, Schloss Gottorf, 12.8. – 18.11.2007

Freundlich, aber bestimmt weist die weibliche Aufsichtsperson einen Besucher, der einen Jungen im Grundschulalter mit in die Grützke-Ausstellung nimmt, darauf hin, dass manche der gezeigten Bilder nicht jugendfrei seien. Der Besucher lässt sich nicht beirren und fragt das Kind später nach einem Rundgang, welches denn das seltsamste der Bilder sei. Die Antwort: Die beiden Männer, die mit dem Spielflugzeug in der Luft fliegen, weil das ja gar nicht ginge. Damit hatte der Kleine eigentlich erfasst, was weite Teile der Kunst des Johannes Grützke ausmacht. Es ist das Skurril-Phantastische, das Verstörende, jenes Magisch-Realistische, das einen beim Anblick irgendwie fesselt und wozu Wieland Schmied im Katalog zur Ausstellung schreibt: „Wer einmal Bilder von Grützke gesehen hat, vergisst sie nicht mehr so leicht.“

Anlässlich des 70. Geburtstags von Johannes Grützke haben ihm die Landesmuseen in Oldenburg und Schleswig eine retrospektive Ausstellung eingerichtet, die von den sechziger Jahren bis in die Gegenwart reicht. Grützke, der 1937 in Berlin geborene Berliner, der Mitbegründer der „Schule der neuen Prächtigkeit“, der seit den sechziger Jahren im Malerei-Geschäft ist und der in eben dieser Zeitspanne bis heute (2005) fünf Kinder zeugte, hat sich offensichtlich ganz ähnlich seiner Spielart des Realismus verschrieben, wie dies zur gleichen Zeit auf ihre Weise etwa die Mitglieder der Gruppe Zebra taten. Dies geschah Mitte der sechziger Jahre, als allgemein die abstrakte Kunst vorherrschend war. Einen zarten Eindruck malerischer Suche vermittelt in der Ausstellung…

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