Ausstellungen: Köln , 2012

Annelie Pohlen

John Stezaker

Galerie Gisela Capitain, Köln, 2.3. – 7.4.2012

Die Erfolge des britischen Künstlers John Stezaker (*1949) in den siebziger Jahren waren beachtlich. Dann wird es stiller um diesen subtilen Meister der Wahrnehmungskunst. Seine minimalen Eingriffe in vorgefundenes Bildmaterial sind zu leise und vor allem zu hintergründig, seine Formate zu ‚bescheiden‘ für eine Welt, die – jedenfalls in weiten Teilen – dem Überwältigungseffekt Wand füllender Formate den Vorzug gibt. Deren visuelle Reize lassen sich auch ohne verwirrende, gar anstrengende Gedankenschleifen genießen. Und nun, einige Dekaden später sind es nicht nur die mit dem Künstler gealterten Verfechter der unter Konzeptkunst mehr recht als schlecht verpackten Strömungen der 70er Jahre, die die Wiederbegegnung mit seinem Werk genießen. Nach Aussagen vieler Beobachter aus den ausstellenden Instituten, unter diesen schon 2008 die Gesellschaft für aktuelle Kunst in Bremen, sind es die Jüngeren unter den Besuchern, vor allem Künstler, die sich mit staunender Aufmerksamkeit in seine in mehrheitlich kleinen Formaten vibrierenden Vorstellungswirklichkeiten vertiefen.

In seiner zweiten Einzelausstellung in der Galerie Gisela Capitain zeigt Stezaker neben einigen wenigen Werken aus den 80er Jahren solche aus der jüngsten Vergangenheit. Nicht nur die durchnummerierten Titel wie „Mask“, „Night“ oder „Sirene“, alle 2011, weisen sie als autonome Teile in sich zusammen hängender Serien aus. Stezakers inspirierende Präzision in der Bildkomposition führt den für diese Vorstellungswelt zentralen künstlerischen Ansatz der Serie auch in den unbetitelten Werken mit subtiler Eindringlichkeit vor Augen. Als Künstler seiner Generation sich aus der konventionellen Kunstproduktion verabschiedeten und die Idee, das Konzept zum eigentlichen Werk deklarierten, erteilten…

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von Annelie Pohlen

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