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Ausstellungen: Wuppertal · von Magdalena Kröner · S. 264 - 265
Ausstellungen: Wuppertal , 2004

MAGDALENA KRÖNER
Judith Rothschild 1921 – 1993

Von-der-Heydt-Museum Wuppertal, 2.11.2003 – 4.1.2004

Judith Rothschild war zur richtigen Zeit am richtigen Ort – so schien es zunächst. Die 1921 geborene Tochter einer wohlhabenden deutsch-jüdischen Familie kam nach New York, als die amerikanische Malerei eben in ihre produktivste Phase aufbrechen sollte. Im Umfeld der progressiven Malerei fand die junge Künstlerin als Schülerin Hans Hofmanns rasch Anschluss an die American Abstract Artists, hatte bereits mit 24 Jahren eine erste Einzelausstellung in der Jane Street Gallery.

War die Malerei der jungen Judith Rothschild ein virtuoses, aber doch vor allem ein Spiegel- und Abbild der Malerei ihrer Zeit, eingebettet in den Grundton, die sie umgebende Farben- und Formensprache ihres jeweiligen Entstehungsjahrzehnts, überdeutlich beeinflusst etwa von Picasso, Léger oder Miró, so reduzierte und klärte Rothschild in der Folge ihre Bildgegenstände zunehmend, um schließlich in ihrem weit autonomeren Spätwerk zum ihr eigenen Thema einer floral anmutenden Abstraktion zu finden, die sie fortan immer neu variierte.

Nach dem frühen künstlerischen Aufbruch dauerte es viele Jahrzehnte, bis Judith Rothschild ihr komplexes und ausgereiftes Spätwerk entwickeln konnte, in dem sie ein originäres Formenvokabular zur Vollendung brachte und in immer neuen Varianten von Form und Farbe durchbuchstabierte. Dazwischen lagen viele Jahre, in denen sie zweifellos in der Hauptsache als Ehefrau des aufstrebenden Schriftstellers Anton Myrer ihre eigenen künstlerischen Bedürfnisse denen ihres Mannes unterordnen sollte. Jahre verbrachten sie auf Reisen fernab der, wie er es nannte, „korrupten Einflüsse“ der Stadt New York und lebten abgeschieden erst in Kalifornien, dann in Südfrankreich und schließlich wieder an der…


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von Magdalena Kröner

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