Titel: 50. Biennale Venedig · von Heinz-Norbert Jocks · S. 49
Titel: 50. Biennale Venedig , 2003

JULIAN HEYNEN: DEUTSCHER PAVILLON

VERSUCH ÜBER DEN PREKÄR GEWORDENEN ORT

Julian Heynen, geboren 1951 und promoviert mit einer Arbeit über die Schriften von Barnett Newman, war Volontär am Wallraf-Richartz Museum/Museum Ludwig in Köln, dann Kurator am Wilhelm-Lehmbruck-Museum in Duisburg, von 1981 bis 2000 Ausstellungsleiter und stellv. Leiter der Krefelder Kunstmuseen und seit 2001 Künstlerischer Leiter von K 21 Kunstsammlung NRW in Düsseldorf. Er kuratierte Ausstellungen von Künstlern wie Bruce Nauman, Lawrence Weiner, Thomas Struth, Lothar Baumgarten, Luc Tuymans, Rosemarie Trockel, Rodney Graham. Bei der diesjährigen Biennale in Venedig präsentiert er als Kurator des Deutschen Pavillons die Künstler Candida Höfer, die mit ihren holzgerahmten Fotos von leeren Palazzi, Bibliotheken und Museen so spröde wie nüchtern auf Archive der Menschheit verweist, und Martin Kippenberger, dessen abgründige U-Bahn-Entlüftung in den Boden des Mittelschiffes eingelassen wurde, als hätte dieser beansprucht, Vertreter des Minimalismus zu sein. Über die gewagte Kombination zweier Künstler, die sich da mit der Frage befassen, was Orte bedeuten, sprach Heinz-Norbert Jocks mit Julian Heynen in einem Kölner Café eine Woche nach der Eröffnung.

Heinz-Norbert Jocks: Was bedeutet die Biennale für Sie grundsätzlich?

Julian Heynen:Es ist eine Haupt- und Pflichtveranstaltung. Wie wir alle genoss auch ich sie in gewisser Weise immer, weil es ein großer und offener Bazar ist, über den man wie über einen Kunstmarkt schlendert. Die Kojen sind etwas größer und heißen Pavillons, und der Kommerz findet nicht so offensichtlich wie anderswo statt, sondern erst hinterher. Alles in allem stelle ich an die Biennale keine großen inhaltlichen Erwartungen und gehe auch nicht…

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von Heinz-Norbert Jocks

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