Titel: Insel Austria , 1987

K. H. Klopf

geb. 1916 in Linz, lebt in Wien

»Karl-Heinz Klopf, seit 1984 in Wien, thematisiert in seinen jüngsten Arbeiten die Leistungsfähigkeit der Zeichnung im Hinblick auf ein Grenzgehen, indem er die Ambivalenz des bildnerischen Zeichens nach Selbstreferenz, Symbolfähigkeit, wahrnehmungspsychologischen Gestalteigenschaften und daraus abgeleiteten emotionalen Inhalten hinterfragt. Der bereits traditionelle Aspekt der ausdrucksmäßigen Eigenständigkeit ungegenständlicher Gestaltungselemente wird bei Klopf in minimalistischer Tendenz auf das für die Bildaussage unbedingt Wesentliche beschränkt, gleichzeitig aber um den materialsprachlichen Wert der Gestaltungsmittel bereichert. Das Kleinformat der Zeichnungen bietet Blickkonzentrate bewußt unklassischer Kompositionsweisen, in denen das Noch-Nicht bzw. das Nicht-Mehr einer Gestaltassoziation – aus der wahrnehmungsgewohnheitlichen Stabilität gerissen – Kippbildcharakter formal wie inhaltlich erhält und sich als herbpoetische Bewegung zwischen Geist und Form manifestiert.«
Peter Stasny

Der ausdauernde Arbeiter, der mit Vorliebe gefundenen Karton, Pappeteile und Abfallpapiere benützt, reflektiert Zeitgeist und Leben in einem dichten, die Möglichkeiten von Zeichnung und Malerei zumeist eng verbindenden Panorama. Wesensmerkmale seiner expressiven, symbolistischen neuen Blätter in kleinen bis mittleren Formaten sind die klare, meist dominierende zeichnerische Struktur und die offensichtliche Sensibilität für das Stoffliche, den bevorzugten Graphitstift, schwarze Kohle und Pastellkreide sowie die Eigenschaften des gewählten Mal- und Zeichengrundes.
Peter Baum

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