Ausstellungen: München · von Reinhard Ermen · S. 388
Ausstellungen: München , 1999

Reinhard Ermen

Keith Sonnier

»Neue Neonskulpturen. Video Retrospektive«

Aktionsforum Praterinsel (Zollgewölbe) München,

26.3. – 24.5.1999

Noch heute wird Keith Sonnier (*1941 in Mammou, Louisiana, seit mehr als 30 Jahren in New York lebend) gerne mit den Begriffen der „New Sculpture“ und des „Post Minimalism“ konfrontiert. Kennzeichnend für Sonnier wurde eine im wörtlichen Sinne licherfüllte Eleganz, die den undogmatischen Mann noch heute auszeichnet. Dabei tritt der ‚Bildhauer‘, der Protagonist der ‚Neuen Skulptur‘ immer offensichtlicher in den Hintergrund, je mehr seine Neonarbeiten als das A und O des Werkes erkannt werden. Gleichzeitig manifestiert sich damit das Bild eines /bZeichners: Hier setzt einer mit Neon, Argon, elektrischem Strom und anderen Ingredienzen etwas Vergleichbares in die Luft, an die Wand oder vor spiegelnde Gläser. Fast unwillkürlich taucht dabei der Gedanke auf, daß Zeichnung an sich, als universales Medium ein Bereich sein könnte, der weiterhin noch ungeahnte Möglichkeiten in sich birgt.

Trotz der Tatsache, daß im Münchner Aktionsforum Praterinsel auch eine punktuelle Video-Retrospektive zu sehen ist, und obwohl man hier auf der Unterzeile „Neue Neonskulpturen“ beharrt, dominiert der Eindruck des Zeichners, eines Zeichners freilich der anderen Art. Das mag vor allen an der späten Serie „Cat Doucet“ liegen, die in München fast vollständig zu sehen ist. Das sind kreisende Lichtlinien, die von der Wand aus den Raum erkunden. Eine reiche Verspieltheit vermag für sich einzunehmen. Männermythen, Träume von Weiblichkeit werden in abstrakt, figuralen Kurven beschworen, denn Cat Doucet war zwischen 1930 und 1960 Sherif in (Sonniers Heimat) Louisianna und dort als ein überaus aktiver Verehrer des schönen Geschlechts bekannt. Sonnier gibt…

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