Nachrichtenforum: Kulturpolitik , 2008

In Düsseldorf streiten die Politiker um ein Denkmal für Joseph Beuys (1921-1986). 1973 hatte der Beuys-Schüler Anatol Herzfeld seinen Meister in einem selbstgebastelten Einbaum vom Stadtteil Oberkassel über den Rhein ans Ufer der Düsseldorfer Altstadt gerudert und dort vor der Kunstakademie abgesetzt. Diese Aktion „Heimholung des Joseph Beuys“ war Teil einer Protestkampagne gegen den Rauswurf von Beuys als Professor an der Kunstakademie gewesen, den der damalige NRW-Wissenschaftsminister Johannes Rau veranlasst hatte. Genau an der Stelle, an der damals die Ruderpartie startete, will der Bildhauer Anatol nun einen zwölf Tonnen schweren Granitstein aufstellen, der ein Porträt von Joseph Beuys zeigt. Doch das lehnt der „Beirat für bildende Kunst“ ab: die künstlerische Qualität des Werks sei „nicht ausreichend“. Auch Friedrich G. Conzen, Vorsitzender des städtischen Kulturausschusses und sonst ein Anatol-Fan, meldet Bedenken an, „ob das eines seiner besten Werke ist“. Conzen plädiert indes für eine „rheinische Lösung“, um allen gerecht zu werden, und das heißt: erst einmal eine Aufstellung auf Probe. „Wir haben viel in Düsseldorfs öffentlichem Raum stehen, da würde der Kopf auch nicht stören“, so Conzen.

Nach der Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank bleibt abzuwarten, wie es mit der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank weitergeht. Stiftungsvorstand Eckehard Martens erklärte, der Zusammenschluss der beiden Banken führe „nicht automatisch zu einem Untergang der Kulturstiftung“. Als eine eigenständige juristische Person sei die Stiftung „auf Dauer“ gegründet. Man müsse nun überlegen, was aus dem Namen werde. Im November 2008 tagte das Kuratorium der Stiftung, in dem auch Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) vertreten ist….

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