Nachrichtenforum: Kulturpolitik , 2012

Kulturpolitik

Nachdem sich in Berlin die Pläne des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) zerschlagen haben, eine neue Kunsthalle für die lokale Szene zu bauen, setzt die Berliner Liegenschaftsverwaltung bei der Vermarktung von landeseigenem Bauland andere Prioritäten: im Koalitionsvertrag ist der Bau von 30.000 Wohnungen in der Hauptstadt vereinbart. Am Humboldthafen, wo sich in der Vergangenheit manche Berliner Kulturprotagonisten ein neues Kunstquartier erträumten, werden noch in diesem Jahr an der Invalidenstraße die ersten beiden Baufelder vermarktet; zu 75 Prozent sollen die Neubauten dort dann Wohnraum bieten. Bei fünf Grundstücken in der Friedrichsstadt erfolgt für die künftigen Eigentümer allerdings nur dann der Zuschlag, wenn sie ein „kulturelles Nutzungskonzept“ vorlegen. Auch beim Verkauf des Amerika-Hauses am Bahnhof Zoo muss der künftige Nutzer „die historische Bedeutung“ des Gebäudes als Symbol der deutsch-amerikanischen Freundschaft berücksichtigen. Nachdem der ehemalige Flughafen Tempelhof nach Umbaumaßnahmen die Landesbibliothek aufnehmen soll, ist für den Flughafen Tegel nach den derzeitigen Plänen (noch) keine Teilreservierung für die Kultur vorgesehen. Im Sommer 2012 wird der Flugbetrieb dort endgültig eingestellt, und dann verfolgt die Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz die möglichst rasche Umwandlung des Areals zu einem „Innovations- und Industriestandort“. U.a. will die Beuth-Hochschule für Technik dort Labore ansiedeln. Volker Hassemer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin, warnte davor, gleichzeitig mehrere Zukunftsorte „umfassend entwickeln“ zu wollen – das werde Berlin nicht schaffen. Innerstädtische Konkurrenz unter den einzelnen Standorten hält Hassemer nicht für wünschenswert und lehnt daher in der künftigen „Europacity“ an der Heidestr. ein zusätzliches neues Kunstquartier ab. Ein solches Kunstviertel sei besser an den „Campus West“…

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