Ausstellungen: München , 1987

Hanne Weskott

Kunst aus den achtziger Jahren: Sammlung Thomas

All Art Forum München, 28.3.-28.6.1987
anschließend Darmstadt, Karlsruhe und Wuppertal

Als der »Größte und Mutigste« war Raimund Thomas von Peter M. Bode in der Münchner Abendzeitung, wie immer zu laut tönend, begrüßt worden. Er attestierte ihm einen »Blick für die Highlights des Zeitgeistes« und hat wahrscheinlich so genau nicht hingeschaut, weil Thomas in der kurzen Zeit von nur einigen Jahren so intensiv gar nicht auswählen konnte. Da hängen starke und schwache Bilder auf engstem Raum dicht gedrängt nebeneinander. Bei den Riesenformaten, die Thomas, sicherlich zeitbedingt, bevorzugt, reichen halt auch 1500 m2 nicht aus, vor allem, wenn man, wie er, eine Vorliebe für die große und farbintensive Geste hat. Mit Konzepten jedweder Art konnte er sich offensichtlich nicht so recht befreunden. Er bevorzugt die Moritz-Boys, Middendorf, Fetting und Salome; Peter Vogt, Siegfried Anzinger und Martin Disler. Seine besondere Liebe gilt daneben, als Gegenpol sozusagen, stark stilisierten Werken von Paladino und dem epigonalen Abklatsch eines Victor Mira. In der Skulptur scheint er nicht so stark festgelegt. Da geht seine Bandbreite von Abraham David Christian über die schaurig rüden Holzplastiken eines Francisco Leiro zu einigen sehr guten Arbeiten von Tony Cragg. Olaf Metzel, Aribbert von Ostrowski, Albert Hien, Magdalena Jetelowa bis zu John Ahearns Realismus.

Wenn man jetzt das All Artforum betritt und den ganzen Eröffnungstrubel, der die Galerie zum erstenmal nach 23 Jahren in sämtliche Klatschspalten und Lokalteile brachte, einfach vergißt, so zeigt sich, daß die Dimensionen dieser Räume, trotz ihrer imponierenden Quadratmeterzahl, durchaus menschlich…

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