Magazin: Symposien & Kongresse · S. 258
Magazin: Symposien & Kongresse , 1987

Patrick Schierholz

Kunst ist Werbung an und für sich

»Werbung und Kunst« heißt das Thema.

»Kunst in der Wirtschaft« das Symposium.

»Theorie und Praxis einer möglichen Beziehung.«

In zwei Bereichen ist die Beziehung nicht nur möglich, sondern vorhanden.

In der Architektur.

Und in der Werbung.

In diesen beiden Bereichen sind die Grenzen zwischen Kunst und Anwendung der Kunst – sagen wir einmal so: Zu kommerziellen Zwecken – fließend.

Und sie waren es früher noch viel mehr als heute. Denn als es den Begriff »Wirtschaftswerbung« noch nicht gab, hatte die Kunst die Aufgabe der Werbung.

Ein Gebäude erfüllt schließlich nicht nur die Funktion der Behausung, sondern stellt auch etwas dar.

Ein Gebäude repräsentiert Macht, Reichtum, Geschmack, Persönlichkeit, eine Bestimmung, eine Weltanschauung, eine Religion. Es gab doch immer schon so etwas wie Corporate Identity.

In der Religion ganz deutlich.

Das Kreuz als Markenzeichen.

Die Bilder und Skulpturen, die Geschichte und Bedeutung erzählen, sind doch auch Werbemittel. Plakate, sozusagen.

Und das Läuten der Glocken ist ein sehr schöner Jingle.

Oder schauen wir uns die großen Schlachtenbilder an. Wie Postkarten: Wish you were here.

Sie sind doch auch Plakate, die die Heldenhaftigkeit der Auftraggeber dokumentieren, für diese Menschen und ihre Ansichten werben.

Und sogar im Sinne heutiger Werbekampagnen Image machen.

Bei der Prinz-Eugen-Ausstellung im Schloßhof sah ich ein Schlachtenbild. Auf diesem Bild ist der Prinz vom Pferd gestürzt und ein gegnerischer Landsknecht ist im Begriff, ihn zu töten. Glücklicherweise kommt von hinten ein eigener Mann, der den Prinzen im letzten Moment rettet. Es heißt, Prinz Eugen sei ein Mann gewesen, der sich gern mit dem Image umgab, besonders bescheiden zu sein.

Während andere Schlachtenbilder…

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