Ausstellungen: Köln , 1985

Künstler besetzen kunstferne Räume

„Modell D7 – Räume“ und „Skulpturen in der Wandelhalle“ in Köln

An zwei Orten fern der üblichen Ausstellungsplätze traten Künstler mit Skulpturen und skulpturalen Inszenierungen an die Öffentlichkeit. In Köln Ehrenfeld besetzten 6 Künstler 7 Räume eines Wohnhaus-Rohbaus. In Köln-Poll füllten 9 Künstler mit zum Teil monumentalen Arbeiten eine ehemalige Fabrikhalle, die als „Wandelhalle“ zum neuen Experimentier-“ Forum für Kunst“ angeeignet wurde.

Beiden Ausstellungen gemeinsam die Auseinandersetzung mit dem vorgegebenen Raum und seinen besonderen Eigentümlichkeiten. Dabei mochte die größere Intimität, welche eine Normalwohnung heutigen Ausmaßes der qm wegen für sich hat, für die Künstler Jochen Fischer, Paul-Dieter Krämer, Benno S. Mutter, Heike Pallanca, Peter Pick und Karel Rösel von Vorteil gewesen sein. Waren sie doch so gezwungen, auf Monumentalität zu verzichten und die Besetzung des Raumes auf stillere Weise vorzunehmen. „Es ist als ein Experiment zu betrachten, in welchem sich die Kunst und die Gesellschaft in Reibung bringen läßt“, heißt es in einem gemeinsamen Papier der Künstler. Und so konfrontierte Karel Rösel seine kleinformatigen anarchischen Malereien, die er auf ornamentalem Muster (Erinnerung an Tapeten im Wohnzimmer?) anbrachte mit einem Stapel Zementsäcken, über die sich rote Farbflecken zogen. Heike Pallanca griff direkt in die Wand ein, nahm Steine heraus, färbte das Loch mit leuchtenden Farben ein und setzte auf durchscheinenden Grund Worte, die sich zu dem Satz fügten: „Das Geheimnis, welches Sie nicht kennen“. Krämer inszenierte einen chaotischen Raum, eine Küche nach der Katastrophe. Zerschnittene, zertrümmerte Möbel bildeten ein schneidendes, wenngleich nicht eben durchschlagendes Environment. Wenig überzeugend der monumentale Kopf,…

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