Magazin: Museen & Institutionen , 1998

Andreas Denk

Kunstverein im Untergrund?

In Köln sorgt ein geplanter Neubau für Unruhe bei seinen Nutzern

Einen rasanten Schub für seine Museumslandschaft verspricht sich die Stadt Köln von zwei Neubauten: Neben dem Wettbewerb zum neuen Wallraf-Richartz-Museum, das nach den Plänen von Oswald Matthias Ungers entsteht, schrieb die Stadt im vergangenen Jahr einen Neubau für das Rautenstrauch-Joest-Museum mit seiner ethnologischen Sammlung aus. Die Institution ist derzeit in einem späthistorischen Bau im Kölner Süden untergebracht, der weder ausreichend Platz noch die erforderlichen konservatorischen Bedingungen für ihre 65000 Objekte, 25000 Fotografien und die 35000 Bände umfassende Bibliothek bietet.

Ein neuer Standort für die Institution fand sich schnell: Anstelle der ungeliebten und angegrauten Josef-Haubrich-Kunsthalle am Neumarkt, die neben Räumlichkeiten für Wechselausstellungen auch den traditionsreichen Kölnischen Kunstverein birgt, soll in prominenter Nachbarschaft (Schnütgen-Museum, Kunststation St. Peter) bis zum Jahr 2000 ein Multi-Museum entstehen, das Kunsthalle, Kunstverein und Rautenstrauch-Joest-Museum aufnimmt.

Den entsprechenden Wettbewerb für einen Neubau gewann im vergangenen Jahr unter 230 Einsendern das Braunschweiger Architekturbüro Schneider-Sendelbach, das auch den Ausführungsauftrag erhielt. Nach der Entscheidung herrschte allgemeine Zustimmung, doch inzwischen hat sich die Stimmung gewandelt: Die künftigen Nutzer machen gegen den Neubau mobil.

Probleme bereitet hauptsächlich die Raumaufteilung. Zu planen war ein hochkomplexes Programm mit insgesamt 11390 Quadratmetern Nutzfläche: Das Rautenstrauch-Joest-Museum wird 8780 Quadratmeter für seine Sammlungsschwerpunkte Afrika, Indonesien, Vorderer Orient und Indianer Nordamerikas, seine archäologischen Abteilungen mit Stücken der altägyptischen, altamerikanischen und südostasiatischen Vorgeschichte sowie seiner Textil-, Keramik- und Musikinstrumentensammlung erhalten. Dem Kölnischen Kunstverein hat man 1100 Quadratmeter, der Kunsthalle 1500 Quadratmeter zugeordnet. Unterzubringen waren überdies das Forum der benachbarten Volkshochschule…

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