Titel: 55. Biennale Venedig , 2013

Kuweit: Sami Mohammad, Tarek Al-Ghoussein – National Works
Kommissar: Mohammed Al-Asoussi (National Council for Culture, Arts, and Letters). Kurator: Ala Younis.
Ort: Palazzo Michiel del Brusà, Cannaregio, 4391/A, Strada Nova

Der Erstauftritt Kuwaits auf der Biennale Venedig ist beeindruckend. Kein Versuch, mit einer Vielzahl von Künstlern zu punkten oder mit oberflächlich-augenfälligen Werken Aufmerksamkeit zu erregen. Stattdessen erwartet den Besucher eine stimmig komponierte Ausstellung, in der es um Fragen der nationalen Identität und Kunst geht.

Anhand der Geschichte von zwei Bronzeskulpturen des Bildhauers Sami Mohammad zeichnet die Ausstellung die Entwicklung Kuwaits als Nation nach. 1972 schuf Mohammed das Bildnis von Emir Sheikh Abdullah Al-Salem Al-Sabah, der als Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung den Status eines Landesvaters genießt. 1989 folgte die Statue seines Bruders, der ihm im Amt nachfolgte. Beide Bildnisse wurden von der Zeitung Al-Rai Al Aam in Auftrag gegeben. Sie standen vor dem Haupteingang des Redaktionsgebäudes, wo sie öffentlich sichtbar waren. Eine Erlaubnis, die Skulpturen in der Stadt aufzustellen, wurde jedoch verweigert mit der Begründung, das Publikum könnte an den figurativen Werken Anstoß nehmen.

Die beiden Statuen sind nicht typisch für das Œuvre von Sami Mohammad und sie sind in Kuwait auch nicht besonders bekannt. Jedoch kann ihre Geschichte und die Geschichte ihres Auftraggebers das Verhältnis von Kunst und nationaler Identität, Künstler und Staat erfahrbar und nachvollziehbar machen.

Dieser historischen Position hat Kuratorin Ala Younis, die ja selber auch als Künstlerin arbeitet, Fotografien von Tarek Al-Ghoussein zur Seite gestellt. Die in acht Leuchtkästen gezeigten Aufnahmen sind Teil der größeren Werkgruppe „K Files“. Die Fotografien…

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von Susanne Boecker

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