Ausstellungen: Berlin · von Claudia Wahjudi · S. 244
Ausstellungen: Berlin , 2012

Claudia Wahjudi

La Zona

Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin,28.4. – 3.6.2012

In den Abklingbecken des Atomkraftwerks von Fukushima sollen noch 11.825 heiße Brennelemente lagern. Ob die beschädigten Gebäude einem weiteren Erdbeben standhalten, gilt als ungewiss. Unbekannt ist auch, wie viel Radioaktivität ins Meer gelangt ist, fest steht jedoch, dass die Strahlung mit der Strömung um die Welt wandert. In Tschernobyl wiederum lässt der zweite Beton-Sarkophag, der den zerstörten Reaktor deckeln soll, noch immer auf sich warten. Derweil bringen Reiseführer Touristen in die evakuierte Zone. Das Leben geht auch nach einem Atomunfall weiter, doch wie, das wissen wir noch nicht. Wir erleben nur, dass die Katastrophen keine Ausnahmen mehr bilden, sondern mit ihren Langzeitfolgen zu ständigen Begleitern geworden sind.

Das Leben mit der Katastrophe ist das Thema einer Gruppenausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) in Berlin. Um das große Sujet in den Griff zu bekommen, hat die vierköpfige Arbeitsgruppe des Kunstvereins, bestehend aus den Künstlern Ulrike Feser und Florian Wüst sowie den Architekten Sandra Bartoli und Silvan Linden, einen akademischen Kniff angewandt. Sie ließen sich von einem Buch und einem Film anregen, die Phänomene einer Atomkatastrophe bereits vor dem Unfall von Tschernobyl ausmalten: Arkadi und Boris Strugatzkis Science-Fiction-Roman „Picknick am Wegesrand“ von 1971 und Andrej Tarkowskis Film „Stalker“ von 1979. Beide handeln von Menschen, die in eine verbotene, abgeschirmte, wie auch immer kontaminierte Zone eindringen. Die Ausstellung, italienisch „La Zona“ genannt, greift das Motiv der Zone auf.

Viele Beiträge der 19 beteiligten Künstler und Künstlergruppen umkreisen die Zonen von Tschernobyl und Fukushima, aber…

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