Titel: Berlin Biennale , 2004

AMINE HAASE

LAUE AUSSAGEN IM GRAUEN UMGEBUNGSFELD

MIT DER BERLIN BIENNALE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST VERENGT UTE META BAUER DIE PERSPEKTIVEN, WELCHE DIE DOCUMENTA 11 ERÖFFNET HATTE

Wenn eine Co-Kuratorin der Documenta 11, Ute Meta Bauer, eine Großveranstaltung allein verantwortet, dann wird man nach Spuren der Kasseler Lehren suchen – auch wenn die Voraussetzungen für die Berlin Biennale kaum mit denen der Documenta zu vergleichen sind, weder was den finanziellen Rahmen, noch was die Zeit und den Aufwand der Vorbereitung betrifft, auch die Präsentationsmöglichkeiten sind in Berlin andere als in Kassel. Bleibt der Geist, aus dem eine Ausstellung wächst. Und da kann man davon ausgehen, dass Ute Meta Bauer den Ideen von Okwui Enwezor eng verbunden ist. Zwangsläufig jedoch muss sie den weiten Blick, den die Documenta 11 auf die Welt richtete, fokussieren und die Demonstration ihrer Thesen konzentrieren. So war es gewiss ein geschickter Schachzug, sich auf Berlin zu beschränken. Allerdings trieb Bauer die Konzentration ihrer Statements dann so weit, dass eine visuell fast zum Skelett abgemagerte Struktur übrig geblieben ist. Folglich besteht die Gefahr, die intellektuellen Stoßrichtungen kaum noch identifizieren zu können. Der Ausstellung wäre es sicherlich besser bekommen, wenn sie die Blicke auf Berlin nicht so kompliziert vernetzt, sondern ihnen mehr Freiraum zu individueller Entfaltung gegönnt – und wenn sie ihr feministisches Anliegen etwas moderater vorgetragen hätte.

Geradezu abschreckend wirkt der Jargon, in dem Ute Meta Bauer ihre Ausstellungsziele beschreibt. Wenn ihre fünf „Hubs zur Migration, zu urbanen Konditionen, sonischen Landschaften, Moden und Szenen sowie zum Anderen Kino“ wenigstens als Drehscheiben der…

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