Magazin: Museen & Institutionen · von Carl Friedrich Schröer · S. 492 - 492
Magazin: Museen & Institutionen , 1996

Carl Friedrich Schröer

Leistungszentrum Kulturpolitik

Das »Haus der Kultur« nimmt in Bonn die Arbeit auf

Der Ruf nach Ausgleich wurde in Bonn unmittelbar nach dem Umzugsbeschluß des Bundestags vom 20. Juni 1991 zum Überlebensgebot. Ungerecht fühlt man sich in Bonn behandelt, unfair überstimmt, in die zweite Reihe zurückversetzt, und alles sinnt seither auf „Ausgleich“.

„Das Haus der Kultur“ ist das erste in einer langen Reihe von Projekten, das durch die klappernden Mühlen der Ausgleichsprozeduren den Weg in die Wirklichkeit fand: Seit Mitte Mai schon wird in den frischrenovierten Häusern der Weberstraße 59-61 gearbeitet. 16 Verbände, Vereine, Institute und Gesellschaften werden sich dort bis Ende des Jahres unter einem Dach und einem Kultur-Begriff zusammenfinden. Als da sind (in alphabetischer Reihenfolge):

Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine (AdKV), Arbeitskreis Kulturstatistik (ARKStat), Bundesverband Bildender Künstler (BBK), Bundesvereinigung sozio-kultureller Zentren, Deutsche Bläserjugend (DBJ), Deutscher Kulturrat, Deutscher Musikrat, Fonds Soziokultur, GEDOK – Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfreunde, Institut für Kulturpolitik, Internationale Gesellschaft der bildenden Künste (IGBK), Kulturpolitische Gesellschaft (KuPoGe), Kunstfonds, Sozialwerk der VG-Bild-Kunst, Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ), Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst. Auf ca. 4000 qm arbeiten insgesamt 100 Personen. Der Deutsche Musikrat und die VG-Bild-Kunst halten mit je 25 Stellen die größten Anteile.

So selbstbewußt wie der Name dieser Frühgeburt klingt, so anspruchsvoll das Programm: eine „Begegnungsstätte von Politik, Verwaltung, Kulturverbänden, Medien und Wirtschaft“ will man vereint schaffen. Insbesondere, die „intermediäre Funktion von Kulturverbänden/-organisationen zwischen Staat und Gesellschaft vertiefen“, die unverzichtbaren „Synergieeffekte freisetzen“ und durch gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen Ressourcen bündeln. Zentrum will man sein, nicht Zentrale. „Kooperation und Vernetzung“ sind auch hier die…

Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei

L_Test-Zugang


von Carl Friedrich Schröer

Weitere Artikel dieses/r Autors*in