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REPORT

Lifestyle statt Kultur?

Neue Projekte in der MENASA-Region

von Sabine B. Vogel

Vor gut zehn Jahren herrschte in der damals MENASA genannten Region eine enorme Aufbruchsstimmung: In Nordafrika, Naher Osten (Middle East) und Südasien etablierte sich ein spannender Kunstmarkt mit Galerien und schnell erfolgreichen Künstlern. 2008 kam die globale Finanzkrise, 2010 verunsicherte der Arabische Frühling die Region. Beginnend im Dezember in Tunesien erreichte die Protestbewegung bald weitere Staaten und führte in einigen Ländern zu Regierungsumbildungen.

Mittlerweile sind Finanzkrise und Arabischer Frühling nahezu vergessen, der Name ist auf MENA geschrumpft und von der Aufbruchsstimmung ist kaum etwas übrig. In Ägypten etwa werden die Repressionen immer stärker, gerade wurde das sogenannte Festival-Gesetz verabschiedet, dass für jedes Kulturfestival eine Zustimmung eines Komitees aus Mitgliedern von neun Ministerien benötigt – und ein für nichtkommerzielle Veranstalter aberwitzig hohes Mindestbudget von 500.000 Ägypten Pfund, also rund 25.000 Euro aufweisen muss. In den Vereinigten Emiraten legte Mohammed bin Zayed, Kronprinz von Abu Dhabi, im Oktober 2018 eine Neuausrichtung fest, wie die Tageszeitung The National am 25.09.2018 berichtete: Die vier Säulen der nächsten Jahre seien Investment, Gesellschaft, Wissen und Innovation und als unerwarteter vierter Aspekt Lifestyle. Kultur kommt nicht mehr vor bzw. ist offenbar in Lifestyle eingegliedert. Wie wird im Feld der Kunst auf die neue Situation reagiert? Überraschenderweise wird das Ende der Aufbruchsstimmung mit einem Anfang beantwortet: mit dem Aufbau von neuen Kunstinstitutionen.

Manche entscheiden sich für bekannte Modelle wie in Doha (Katar). Dort wird ab März 2019 das von Jean Nouvel entworfene Nationalmuseum als „chronologische Reise der Besucher“ durch einen 2,7…

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