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Ausstellungen: Düsseldorf · von Noemi Smolik · S. 373 - 373
Ausstellungen: Düsseldorf , 1998

Noemi Smolik
Manfred Pernice

Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf, 24.10. – 18.11.1998

Manfred Pernice ist ein bemerkenswerter Künstler, der innerhalb kürzester Zeit die Aufmerksamkeit von Sammlern und mittlerweile auch von international renommierten Galeristen und Kunstkritikern auf sich gezogen hat. Und das mit Recht. Dieser 36jährige, in Berlin lebende Künstler setzt sich mit einigen in den letzten 30 Jahren meistgebrauchten und -verbrauchten Vorstellungen auseinander, wie man als „moderner“ Künstler mit Skulptur, Raum und Architektur umzugehen habe. Das geschieht mit einer unbekümmerten Fröhlichkeit, die in der deutschen zeitgenössischen Kunst selten ist.

In der Düsseldorfer Galerie Konrad Fischer stellte Manfred Pernice Container auf, die als Behälter für transportierte Ware auf den großen Überseeschiffen eingesetzt werden. Während seines längeren Aufenthaltes in Bremerhaven konnte er solche Container täglich beobachten. Er hielt sie auf Fotos fest, die ebenfalls in der Galerie zu sehen sind. Ein Plakat, das eine Gruppenausstellung in Glasgow ankündigt, an der auch Manfred Pernice teilnahm, bringt noch einmal die Container in der Galerie. Pernice stellt in Düsseldorf Gebrauchsgegenstände, die eine bestimmte Funktion haben – eben Behälter sind – aus. Doch nicht die realen Gebrauchsgegenstände. Er baute sie aus billigem Material, aus Spanplatten nach, anschließend malte er sie farbig an. Er übernahm für sein Kunstwerk die Form der Container, die durch ihre Funktion bestimmt wird. „Die Form folgt der Funktion“ war eines der unerschütterlichsten Dogmen der engagierten Bauhaus-Moderne. Doch was folgt hier bei Manfred Pernice wem? Das Kunstwerk der Funktion etwa? Oder ist die Funktion gleich die Form des Kunstwerks? Die Funktion des Gebrauchsgegenstandes als Behälter bestimmt die…


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