Ausstellungen: Salzburg · von Ursula Maria Probst · S. 365
Ausstellungen: Salzburg , 2010

Ursula Maria Probst

Manfred Pernice

»Tutti«

Salzburger Kunstverein, 4.2. – 11.4.2010

Manfred Pernice zählt seit seiner Teilnahme an der 1. Berlin Biennale (1998) zu den international gefragten Erneuerern eines gegen vorgefertigte Baukastensysteme operierenden Skulpturen-Begriffs. Wie sich durch seine Projekte zur Manifesta 3 (2000), Documenta 11 (2002), 50. Venedig Biennale (2003) oder seiner Teilnahme an der 4. Ausgabe von Skulptur Projekte Münster (2007) verfolgen lässt, gelingt es Manfred Pernice, in seinem bildhauerischen Werk immer wieder neue sich formierende Konstellationen herzustellen. Als Bildhauer beherrscht er das konstruktivistische, formalistische und antiformalistische Vokabular und öffnet gleichzeitig seine skulpturalen und architektonischen Installationen gegenüber alltagsästhetischen, politischen und sozioökonomischen Gebrauchsspuren.

In seiner Ausstellung „Tutti“ im Salzburger Kunstverein überrascht er mit einem bühnenartigen Rondell, das in vier Segmente unterteilt gleichzeitig als Display dient und irritiert jene, die sich durch die Auflistung unzähliger Namen mehrere Beteiligte als ihn und die KünstlerInnen Petra Trenkel, Klaus Gölz oder Benedict Traunfellner erwartet hatten. Mit dem Format einer Einzelpräsentation bricht Manfred Pernice unter der Devise „Teilnahme“ und „Ausbreitung“ durch die Inkorporation einer Anzahl anderer KünstlerInnen, der Auflistung fiktiver Protagonisten und Pseudonyme für eigene Arbeiten. Die aus dem Baustoff Styrodur produzierte Skulptur „wohnmodul-couch“ (2008) von Benedict Traunfellner, die benutzbar ist, übernimmt Signalfunktion für das Modul- und Modellhafte des Interieurs im Setting. Die Installation „Grundstück (Zweimann)“ (2010) von Klaus Gölz ist eine Bootskulptur, die als Metapher und Personentransportmittel sich seiner Funktion als Gebrauchsgegenstand entzieht und als pernice’sches „Da-Befindlichkeitsrondell-Traum-Fahrzeug“ seine dysfunktionale Wirkung nicht verfehlt. Die Ölbilder „Potsdam I“ (2007) und „Potsdam II“ (2008) von Petra Trenkel korrespondieren mit Manfred Pernice „Fotoarbeit…

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