Ausstellungen: Bregenz · von Dora Imhof · S. 362
Ausstellungen: Bregenz , 2003

DORA IMHOF

Mariko Mori

Kunsthaus Bregenz, 8.2. – 23.3.2003

In vielen Erscheinungen hat sich die japanische Künstlerin Mariko Mori in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts im Medium der Fotografie und des Videos materialisiert: als knallbunte Technoprinzessin, als entrückte Göttin, als galaktische Kriegerin oder als adrette Teedame, bei der nur silbrig schimmernde Kopfbedeckung mit den spitzen Ohren auf extraterrestrische Herkunft schließen ließ.

Oft schien das futuristische Wesen eben aus einer anderen Welt gelandet zu sein, etwas steif noch im alltäglichen Gewusel der japanischen Großstadt zu stehen, stets aber unbedrohlich oder schon dienstfertig bereit mit einer Tasse Tee. Irgendwie war sie uns ja auch schon sehr vertraut. Ihre perfekte Inszenierung, ihr Lolitacharme, ihre hautengen und dabei sterilen und asexuellen Outfits riefen bekannte Vorstellungen von Japan auf: traditionelle Rituale, Hightech und modeverrückte Schulmädchen, wobei die Bilder aus der Alltagsrealität – bei ihr und bei uns – nahtlos in die der Vorstellungs- und Traumwelt der Mangas und Computerspiele übergingen. Nichtsdestotrotz oder wohl gerade deswegen faszinierten die aufwändigen Visualisierungen künstlicher Welten und machen die 1967 in Tokio geborene Künstlerin zum bekannten und unverwechselbaren Gesicht. Eine Kunstfigur, die die Frage nach ihrem Verhältnis zu diesen klischeehaften Japanbildern, nach Kritik oder Affirmation, geschickt von ihrer glatten Oberfläche abprallen und auf uns zurückspicken ließ.

Davon ist in Bregenz nichts zu sehen. Moris neue Ausstellung zeigt keine Bilder der Künstlerin, sondern skulpturale Arbeiten, bei denen die Interaktion mit den Besuchern zentral ist. Der Höhepunkt ist dabei das „Wave UFO“, das im dritten Stock des Kunsthauses steht. Diese Großskulptur wurde nach jahrelanger Planung von…

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