Ausstellungen: Düsseldorf · von Heinz-Norbert Jocks · S. 384
Ausstellungen: Düsseldorf , 1996

Heinz-Norbert Jocks

Markus Lüpertz

»Männer ohne Frauen, Parsifal«

Kunstsammlung NRW, Düsseldorf, 30.3. – 2.6.1996

Düsseldorf. Markus Lüpertz, passionierter Selbstdarsteller mit Hang zur Selbstironie (siehe auch das Interview mit Lüpertz in diesem Band S. 292 ff), gehört zu jenen Künstlern, die es dem Betrachter nicht gerade leicht machen. Seit Jahren scheiden sich an ihm die Geister, was weder etwas an seinem Marktwert noch an seiner Präsenz oder der Position im Kunstbetrieb ändert. Auf den ersten Blick erweisen sich seine Gemälde, deren Sujets in einem Niemandsland zwischen abstrakter Form und gegenständlichem Motiv angesiedelt sind, als ausgesprochen hermetisch. Sie verbergen gar ihr figuratives Geheimnis, schwimmen an der Oberfläche außerhalb des Kreises fester Bedeutungen, behaupten nie, etwas abzuschildern, obgleich sie als Vehikel von Sichtbarem auftreten, wie nun in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf zu sehen.

Lüpertz, Jahrgang 1941, Genotyp der sogenannten dithyrambischen Malerei sowie Rektor der dortigen Kunstakademie, ist, das weiß man, ein schneller Arbeiter, einer, der an mehreren Bildern gleichzeitig Hand anlegt. In Variationen, Wiederholungen und Verschiebungen denkt er, ohne sich bewährter Tricks und heutiger Mittel wie Projektor oder anderer Reproduktionsverfahren zu bedienen. Ja, fleißig, was Vorarbeiten und Entwurfszeichnungen angeht, erweist er sich darin als ein Maler mit eigensinnigem Traditionsbewußtsein, der sich dessen vergewissert, was war, um zu dem befähigt zu sein, was sein wird. Mehr ein Zauderer denn ein Zauberer, der sich malend seiner Malerei in den Weg stellt, sie nicht einfach entstehen und gewähren läßt. Fehltritte gehören dabei zur Tagesordnung, dagegen ist gut Geglücktes im Spiel, aber hoffnungsvolle Ausnahme.

Malen heißt bei ihm stets Übermalen, bedeutet korrigieren…

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