Ausstellungen: Frankfurt , 2017

Melanie Bonajo 

Single Mother Songs from the End of Nature
Frankfurter Kunstverein 01.06. – 27.08.2017
von Isa Bickmann

Farbe hat Einzug gehalten in die Räume des Frankfurter Kunstvereins mit den Arbeiten der niederländischen Künstlerin Melanie Bonajo (*1978) in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung. Jede der fünf Videoinstallationen ist in ein Environment eingebunden: Im Zentrum steht jeweils ein semidokumentarischer Film, um den herum die Künstlerin eine Szenerie mit Sitzmöglichkeiten schafft. Wände, Böden und Fensterflächen sind mit Folien bedeckt und in Farbe getaucht, von den Decken hängen Stoffe oder Raumelemente. Dieser in den Zuschauerraum hinein erweiterte Bildraum ist dem Ausstellungsdesign zu verdanken, das in Kooperationen mit Théo Demans und Clemence Seilles entstanden ist.

Das Bonnefantenmuseum Maastricht ist Leihgeber der Trilogie „Night Soil“. Im ersten Teil, „Fake Paradise“ (2014), nimmt Bonajo den Umgang mit der psychedelisch wirkenden Droge Ayahuasca in den Blick. Ursprünglich von Stämmen im Amazonasgebiet zur rituellen Zwecken genutzt, bedienen sich ihr heute nach existentiellen Erfahrungen und Heilung suchende Menschen als bewusstseinserweiterndes Therapeutikum. Der Film ist in einem Zelt auf dem Boden sitzend zu betrachten, um den Zuschauern auch physisch eine schamanisch-rituelle Atmosphäre näher zu bringen.

In einen in Rosa getauchten Raum führt „Night Soil #2/Economy of Love“ (2015). Über der plüschigen Sitzgelegenheit, hängen stalagtitenförmige Stoffstreifen. Das alles kreiert eine bunt-naive Atmosphäre, die an Werke der Pipilotti Rist denken lässt – eine bildgewordene Utopie mit aufeinander liegenden Körpern in LGBT-Regenbogenfarben und mit hippieartigen Kostümen, die Reminiszenzen an Jack Smiths Film „Normal Love“ (1963 – 1965) in sich tragen. Auf dem Bildschirm geht es um…


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