Ausstellungen: Berlin · von Ronald Berg · S. 293
Ausstellungen: Berlin , 2010

Ronald Berg

Moderne Zeiten

»Die Sammlung. 1900 – 1945«

Neue Nationalgalerie Berlin, 10.3.2010 – Herbst 2011

Unter den vielen Gebäuden der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist die Neue Nationalgalerie der Kunst des 20. Jahrhunderts vorbehalten. In den letzten Jahren beherbergte der Mies van der Rohe-Bau hauptsächlich Wechselausstellungen, darunter jene Blockbuster mit Schaustücken aus dem MoMA oder den „Schönsten Franzosen“ aus Amerika, die man mit der Ära von Peter-Klaus Schuster als Direktor der Nationalgalerie verbindet. Für die eigene Sammlung war bei solchen Präferenzen kein Platz. Mit dem seit Ende 2008 amtierenden neuen Direktor hat nun ein Richtungswechsel eingesetzt. Udo Kittelmann beschäftigt sich wieder mit den eigenen Beständen. Nach seiner unkonventionellen Neupräsentation der Kunst seit den sechziger Jahren im Hamburger Bahnhof (organisatorisch ein Teil Nationalgalerie), kommt nun also Mies’ 1968 eröffneter Kunsttempel an die Reihe.

„Moderne Zeiten“ heißt die von Kittelmann zusammen mit Dieter Scholz, dem Hauskurator für die klassische Moderne, eingerichtete Neupräsentation der Sammlung für die Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Die eigene Sammlung kommt jetzt ein bisschen so daher wie eine Wechselausstellung. Tatsächlich folgt im Herbst 2011 der zweite Teil mit dem Rest des Säkulums, danach wird der zerschlissene Mies-Bau renoviert.

Das Vorläufige der Schau erleichtert die Emanzipation von der großen Kunstgeschichte zugunsten einer moderaten Neubeschreibung der Moderne aus explizit Berliner Perspektive. Keine Sammlung, in welchem Museum auch immer, kann jemals objektiv oder vollständig sein. In der Nationalgalerie hat man aus dieser Not eine Tugend zu machen versucht. Denn neben den sogenannten „Hauptwerken“ der Epoche – die Ausstellungsmacher selbst zählen dazu Werke…

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